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Armen-Tafel in der Millionärsstadt

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Königstein mit Burgruine.
Königstein mit Burgruine. © FR/Surrey

Königstein hat die höchste Millionärsdichte in Hessen - aber auch hier leben Menschen, die finanziell kaum über die Runden kommen. Deshalb öffnet in der Stadtmitte demnächst eine Filiale der Homburger Tafel.

Im Wohnbezirk der Millionäre, rund um Kronberg/Königstein gibt es viele hundert Arme. Allein in Königstein kommen rund 300 Haushalte kaum über die Runden, schätzt Michael Hibler vom Diakonischen Werk Hochtaunus. "Ich habe krasse Altersarmut gesehen", ergänzt Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer. Eine Frau habe sich nach dem Kauf des Grabsteins für ihren Mann mit 100 Euro im Monat ernährt - von Brot und Margarine. "Hier ist die Schere zwischen Reichen und Armen besonders groß. Und es fällt vielen schwer, ihre Bedürftigkeit zu offenbaren."

So werden anfangs wohl nur 100 Haushalte die neue Filiale der Homburger Tafel nutzen, vermutet Hibler. Sie ist im Kirchenladen an der Kirchstraße 14 untergebracht. Am 9. Juli zwischen 14 und 17 Uhr und am 15. Juli zwischen 8 und 12 Uhr können Interessenten dort vor Sozialarbeitern ihre Bedürftigkeit nachweisen. Ab dem 27. Juli werden sie dann dienstagnachmittags eine Kiste mit Lebensmitteln bekommen, die die Tafel in Oberursel aus den Spenden von 33 Supermärkten zusammenstellt. Das Ausgabe-Team besteht aus evangelischen und katholischen Christen und Mitgliedern des Königsteiner Vereins "Bürger helfen Bürgern". Für den Anfang spendetet die Kronberger Arbeiterwohlfahrt am Freitag 1500 Euro.

Die Tafel im früheren Bekleidungsgeschäft soll auch Kultur-Treffpunkt werden. Die evangelische Singschule für Kinder wird hier üben, die Familienbildung Kurse anbieten. Musikschule und Kunstwerkstatt werden im Laden ebenfalls aktiv. (nes)

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