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Architekt und Musterbürger

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Das Haus Louisenstraße 120 ist eins von vielen Gebäuden von Louis Jacobi, die heute noch die Stadt prägen.
Das Haus Louisenstraße 120 ist eins von vielen Gebäuden von Louis Jacobi, die heute noch die Stadt prägen. © FR/Schick

Louis Jacobi ist der wohl berühmteste Baumeister Bad Homburgs. Die Kurstadt ehrt ihn zu seinem 100. Todestag mit Ausstellungen, Führungen und Vorträgen. Von Martina Propson-Hauck

Von Martina Propson-Hauck

Wer hätte nicht gern, dass die Nachwelt das von ihm behauptet: "Er ist der Mann, dem wir alles zu verdanken haben". Gesagt hat das Kaiser Wilhelm II. über den Bad Homburger Baumeister Louis Jacobi. Gemünzt war der historische Ausspruch auf den Bau des Herzbergturms, Geltung hat er aber für einen Großteil der wilhelminischen Bauten in ganz Bad Homburg.

Die Stadt nimmt in diesem Jahr den 100. Todestag des großen Baumeisters zum Anlass, sich mit einem mehr als 25 Veranstaltungen umfassenden Angebot in postumer Dankbarkeit zu üben und ausführlich an Jacobi zu erinnern.

Als "echter Homburger" wuchs der in der Dorotheenstraße 12 auf, machte sich 1850 auf nach Amerika, um dort unter anderem eine Schreinerlehre zu absolvieren. Was heute Teil einer üblichen Studenten-Vita ist, war damals durchaus nicht der geradlinige Weg zum Erfolg. Den aber hatte Jacobi, der nicht nur als Baurat der Stadt reüssierte, sondern auch Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Zeichenlehrer, Vater von vier Kindern, Kreistagsabgeordneter war und schließlich Ehrenbürgerweihen erlangte.

Die Rekonstruktion der Saalburg, der Herzbergturm oder das Kaiser-Wilhelms-Bad sind sein Werk. Er erbaute das ehemalige Ritters Parkhotel und das 1945 zerstörte historische Kurhaus. Unzählige Privathäuser hat der Architekt im Geiste des Wilhelminismus entworfen. An öffentlichen Projekten hat er häufig ohne Honorar gearbeitet und gilt deshalb als Musterbeispiel bürgerschaftlichen Engagements.

Daran erinnert auch Oberbürgermeister Michael Korwisi im Vorwort einer Broschüre, die zum Gedenkjahr erschienen ist und die man im Stadtarchiv, im Rathaus und in der Stadtbibliothek kostenlos bekommt. Sie führt auf wenigen Seiten in Leben und Werk des berühmten Stadtbaurats ein und enthält zudem die vierseitige Aufstellung aller Veranstaltungen zum Jacobi-Jahr.

Der Schwerpunkt der Veranstaltungen liegt in der zweiten Jahreshälfte, der Todestag jährt sich am 24. September. Ausstellungen zu Jacobi sind unter anderem von September bis Ende Oktober im Schloss und in der Stadtbibliothek vorgesehen. Stadtrundgänge, thematische Führungen und Vorträge gehören ebenfalls zum Programm.

Zum Auftakt der Reihe werden Jacobis Entwürfe für die Villa Hammelmann in einer Ausstellung in dem denkmalgeschützten Gebäude an der unteren Louisenstraße gezeigt und mit Werken zeitgenössischer Kunst kontrastiert. Das auffallende Haus mit dem ausladenden Turmbau an der Ecke zur Wilhelm-Meister-Straße beherbergte einst das städtische Hutmuseum und ist jetzt im Besitz der Schweizer Bank UBS, die dort auch eine Niederlassung unterhielt. Mitte Februar zog die UBS-Niederlassung aus, gegenwärtig steht das Haus leer.

Die Ausstellung ist am 16. Mai und 27. Juni jeweils um 11 Uhr sowie am 27. Mai und 17. Juni jeweils um 17 Uhr zu besichtigen. Anmeldungen unter Telefon 06172/451447.

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