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Archäologische Zeugen

Bad Homburg Saalburg-Museum legt in diesem Jahr den Schwerpunkt auf antike Ziegel

Von Anton J. Seib

Oreus und Monos sind hundsföttische Kaffern, mehr noch als Laurentius.“ Diesen wütenden Kommentar hat ein unbekannter Handwerker vor rund 2000 Jahren in einen Ziegelstein geritzt, nachdem zwei Buben ihre Fußabdrücke in dem noch nicht ausgehärteten Ziegel hinterlassen hatten. Den Ziegel gibt es heute noch. Tausende solcher gebrannter Lehmsteine gibt es im Fundus des Römerkastells Saalburg. Was liegt näher, als Ziegel zum zentralen Thema des Veranstaltungsjahres 2012 zu wählen.

Dokumentiert wird das mit der Sonderausstellung „Ton + Technik – Römische Ziegel“. Dazu gibt es Führungen, Vorträge und Thementage. „Antike Techniken“ heißt eine neue Veranstaltungsreihe, in der die Teilnehmer selbst ihre handwerklichen Fähigkeiten zeigen können.

Die Ziegel für die Saalburg wurden zumeist nicht vor Ort, sondern in den großen römischen Ziegeleien am Main, etwa in Nied, gefertigt. Die Handwerker haben sie mit Stempeln gekennzeichnet, so dass die einfachen Steine den Archäologen oft wichtige Hinweise zur Datierung von Bauwerken liefern. Auch eingeritzte Zeichen und Texte vermitteln ein spannendes Bild römischer Kultur und Wirtschaftsgeschichte.

Altertum für Ältere

Ziegelsteine, ob als einfacher Stoff fürs Mauerwerk, als Dacheindeckung oder auch Hohlziegel, die warme Luft der Hypokausten, der römischen Heizungen, auf raffinierte Weise in die Wohnräume leiteten, sie alle stehen auch im Mittelpunkt von drei Thementagen am 13. Mai, 15. Juli und am Wochenende , 15. und 16. September, dem Ziegelfest. Dafür baut die Jugendbauhütte Romrod einen original römischen Ziegelofen nach. Das, so Museumspädagoge Rüdiger Schwarz, werde etwa eine Woche dauern.

Einfach zwei Stunden durch ein Museum laufen und Exponate und Tafeln anschauen, das ist längst passé. Zumindest Führungen müssen es sein. Immer mehr nachgefragt von Kindern und Erwachsenen werden die museumspädagogischen Angebote. Deshalb hat die Museumsleitung um Saalburg-Direktor Egon Schallmayer und seinen Vertreter Carsten Amrhein zusätzlich zu den Sonntagsführungen auch an einigen Samstagen Führungen ins Programm genommen. Sie verstehen das als Experiment, ebenso die Führungen „Altertum für Ältere“, die jeweils am ersten Freitag im Monat (außer Karfreitag) angeboten werden. Sie richten sich speziell an Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Ebenfalls neu sind besondere Führungen für blinde Besucher. Derzeit arbeitet das Saalburg-Team an einem speziellen Führer in Blindenschrift.

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