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Anwohner klagen über Baulärm

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Baustelle Louisencenter
Baustelle Louisencenter © Rolf Oeser

Ruhe ist rund um das geplante Louisen-Center in Bad Homburg derzeit ein Fremdwort. Auf der Baustelle wird bis zu 17 Stunden täglich gearbeitet.

Von Anton J. Seib

Fieberhaft sind die Bauarbeiter damit beschäftigt, das Louisencenter Stock für Stock hochzuziehen. Denn die Zeit bis zur Eröffnung am 4. November wird knapp. Deshalb herrscht derzeit täglich bis zu 17 Stunden am Tag Hochbetrieb auf der Großbaustelle. Die Nachbarn sind sauer.

Als Bruno Glückler am Mittwoch in der FR über die Schwierigkeiten beim Bau des Einkaufscenters las, griff er zum Telefonhörer. „Schreiben Sie auch mal über die Belastungen für die Anwohner“, bat Glückler, der in unmittelbarer Nähe der Baustelleneinfahrt in der Ferdinandstraße wohnt. Genehmigt seien die Arbeiten von acht bis 20 Uhr. Tatsächlich sei dort aber von morgens um sechs bis abends gegen 21 Uhr Betrieb, auch samstags. „Sie können morgens und abends kein Fenster offen lassen, bei dem Baulärm ist es unerträglich“, sagt Glückler. Das gehe auch den Anwohnern in der Louisenstraße und Kisseleffstraße so.

Bereits am frühen Morgen setze der Lkw-Verkehr ein. „Dann wird Beton angeliefert, werden Fertigteile abgeladen. Ich bin schon mehrmals um sechs Uhr durch den Lärm aus dem Schlaf gerissen worden“, sagt der berufstätige Anwohner. Deshalb habe er sich schon zweimal bei der Bauaufsicht der Stadt beschwert.

Von Beschwerden weiß Stadtrat Peter Vollrath-Kühne (FDP) nichts. Es werde tatsächlich länger als zunächst genehmigt gebaut, sagt er. Das habe die Bauaufsicht des Kreises genehmigt. Eine Genehmigung ist für die Ausweitung der Arbeitszeit allerdings nicht nötig. „Die Baufirma hat das bei uns angemeldet, wir dulden das“, so die Auskunft von Simone Klamt von der Pressestelle des Hochtaunuskreises. Beschwerden über Lärm habe es bislang nicht gegeben, so die Kreissprecherin.

Glückler gehört zu jenen Nachbarn, die die Normenkontrollklagen gegen den Bau des Einkaufszentrums unterstützten. Nicht den Bau an sich bekämpften die Anwohner, wohl aber die Größe. „Das ist eine absolute Grenzbebauung. Wenn jemand einen Balkon anbauen will, dann hat er mit erheblichen Hemmnissen zu rechnen. Beim Louisen-Center werden andere Maßstäbe angelegt“, klagt Glückler. Sämtliche Klagen gegen das Louisen-Center wurden aber vom hessischen Staatsgerichtshof abgewiesen.

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