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Altlasten führen wieder zu Zwist

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Arbeiter auf dem belasteten Grundstück in der Altstadt von Oberursel.
Arbeiter auf dem belasteten Grundstück in der Altstadt von Oberursel. © Michael Schick

BUND kritisiert erhöhte Abluftwerte an der Sanierungsbaustelle in der Oberurseler Altstadt. Die Sanierer des Altlastengrundstücks haben Technik-Probleme, wie das von der Stadt beauftragte Unternehmen CDM Smith in einer Stellungnahme einräumt.

Erneut sorgt die Sanierungsbaustelle in der Oberurseler Altstadt für Aufregung beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Zu den Arbeiten auf dem Altlastengrundstück in der Eppsteiner Straße sind Luftmessungen veröffentlicht worden – mit für die Umweltschützer alarmierenden Werten.

Es sind kürzlich gravierende Probleme mit der eingesetzten Technik bei der Reinigung schadstoffhaltiger Abluft eingetreten, wie das von der Stadt beauftragte Unternehmen CDM Smith jetzt in einer Stellungnahme einräumt. Bei dem eingesetzten Verfahren soll das Erdreich mit eingeleitetem Dampf von den leichtflüchtigen Schadstoffen gereinigt werden (siehe Infokasten).

Die kontaminierte Abluft wird kontinuierlich abgesaugt und in Kohlefilter geleitet, wo sie dann gebunden ist. Neue Filteraggregate waren im Sommer 2015 installiert worden. Durch sie sollte das ständige Abholen und Austauschen „voller“ Filter entfallen. Jetzt, im März, musste die Anlage wegen mehrerer Defekte aber stillgelegt werden und wieder zum alten Verfahren zurückgekehrt werden.

Diese Defekte bei der Reinigung der Abluft haben nach Angaben der Projektleitung an einzelnen Messpunkten zu deutlich erhöhten Schadstoff-Konzentrationen geführt. Der BUND aber sieht die erhöhten Messwerte als einen Beweis, dass das gesamte Verfahren unsicher sei. Er kritisiert, dass die Methode im Taunusschiefer und angrenzend an bewohnte alte Häuser die Anwohner gefährde. „Die Giftstoffe kommen in Bewegung und gelangen durch Ritzen und Steinspalten teilweise unkontrolliert in die Umgebung“, sagt Claudia von Eisenhart Rothe. Sie zieht seit Jahren gegen die Sanierungsmethode ins Feld und ist eine der Sprecherinnen im „Arbeitskreis Altlasten“ des hessischen BUND.

Die Ingenieure von CDM Smith beharren hingegen darauf, dass der Schadstoffaustritt lokal und zeitlich begrenzt gewesen sei. Der BUND lasse außer Acht, dass die Schadstoffbelastung an einer anderen Luftmessstelle auf dem Grundstück in einem für eine Stadt akzeptablen Rahmen liege. Auch dort, wo zuvor hohe Konzentrationen gemessen worden seien, lägen diese nun in einem unproblematischen Bereich. Das zeige, dass die eingesetzte und nun ausgetauschte Technik verantwortlich für den Anstieg war, das Verfahren selbst aber keinerlei Luftbelastung verursache, so CDM Smith.

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