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Altkönig-Sportplatz wird verkauft

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Von: Miriam Keilbach

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SPD, CDU, Grüne und Linke stimmen zu – trotz Mehreinnahmen aus anderen Grundstücken.

Der Altkönig-Sportplatz wird dem neuen Hallenbad geopfert – so haben es SPD, CDU, Grüne und Linke am Mittwochabend in der Stadtverordnetenversammlung in Oberursel beschlossen. Bevor dort eine Villensiedlung entstehen kann, soll dem derzeitigen Nutzer TSGO geholfen werden, einen anderen Sportplatz zu finden. Dann kann das Bebauungsplanverfahren beginnen.

„Wir haben uns das so nicht gewünscht“, sagte die SPD-Abgeordnete Jutta Niesel-Heinrichs. „Aber durch das Verhalten der OBG war es nicht anders möglich.“ Die Fraktion der Bürgergemeinschaft OBG hatte im Herbst die Koalition mit SPD und Grünen aufgekündigt, weil sie das Bad für nicht finanzierbar hielt, und die CDU wollte dem Bad nur zustimmen, wenn ein Verkauf des Altkönig-Sportplatzes geprüft werde. „Wir konnten nicht verantworten, dass das Projekt platzt“, sagte Niesel-Heinrichs.

Zwar hat die Stadt durch den Verkauf anderer Grundstücke wie dem Schwimmbad-Parkplatz oder auf der Oberen Zeil Mehreinnahmen erzielt, doch die Vorgabe, bis Juni alternative Grundstücke als Baugebiet auszuweisen, sei nicht mehr realisierbar, so CDU-Fraktionschef Jens Uhlig. 19 Grundstücke stehen auf der Verkaufsliste, sie haben ein Volumen von 32,1 Millionen Euro. Bei den bisher neun verkauften Grundstücken erzielte die Stadt Einnahmen von 16,3 Millionen Euro, das sind 2,4 Millionen mehr als erwartet.

Die OBG hatte zuletzt gesagt, ein Hallenbad sei durch die Mehreinnahmen auch ohne den Verkauf des Sportplatzes möglich. Uhlig entgegnete, die CDU habe sich ihre Forderung nicht aus dem Ärmel geschüttelt: „Rosinenpickerei geht an dieser Stelle nicht.“

Andreas Bernhardt (OBG) wies die Kritik zurück. Er sagte, es fehlten nur noch drei Millionen Euro zum Hallenbadneubau, „und dafür soll der beste Sachwert verkauft werden, den Oberursel hat.“

Eine Bewertung des Sportplatzes durch die Stadtverwaltung ergab, dass er zur Vermarktung empfohlen wird, da er sich schnell verkaufen lasse und ein hoher Erlös möglich sei. „Dieser Empfehlung sollten wir folgen“, so Niesel-Heinrichs.

„Das ist eine bittere Pille, die wir aber schlucken müssen“, schloss sich der Grüne Frank Böhme an. Der Verkauf des Sportplatzes sei wichtig, um weitere Investitionen – es sind rund 43 Millionen Euro in den nächsten Jahren dafür vorgesehen – nicht zu gefährden. „Es geht nicht um die Finanzierung des Hallenbads, es geht um die Finanzierung des Investitionsprogramms. Und dafür wird der Sportplatz geopfert“, kommentierte der OBG-Abgeordnete Robert Rethfeld.

Inwieweit sich durch den Verkauf auch eine Sauna und die Sanierung des Freibads umsetzen lassen, war zwar Gegenstand der Diskussion, nicht aber der Abstimmung. „Kinderbetreuung statt Sauna“, forderte Bernhardt.

Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) hält eine Sauna für eine mögliche Defizitbekämpfung, „aber erst stehen andere Investitionen aus dem Pflichtbereich an.“ Es gehe im Moment nur um den Verkauf des Sportplatzes und nicht darum, wofür das Geld ausgegeben werde – „alles andere wäre ein Schnellschuss.“

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