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Altana-Kulturstiftung ist Geschichte

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Von: Torsten Weigelt

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Sinclair-Haus-Direktor Johannes Janssen neben der Installation "Mutterkorn" von Anselm-Kiefer.
Sinclair-Haus-Direktor Johannes Janssen neben der Installation "Mutterkorn" von Anselm-Kiefer. © Monika Müller

Susanne Klatten, Gründerin der Altana-Kulturstiftung, will die Angebote im Sinclair-Haus in Bad Homburg aber fortführen. Außerdem soll die Haustechnik erneuert werden.

Mit den Ausstellungen im Sinclair-Haus und ihren zahlreichen kunstpädagogischen Angeboten für Kinder, aber auch für Erwachsene hat sich die Altana-Kulturstiftung in den vergangenen Jahrzehnten einen guten Namen über das Rhein-Main-Gebiet hinaus gemacht. Deshalb hat die Nachricht, dass die Stiftung nicht mehr existiert, nicht nur in Bad Homburg für Irritationen gesorgt.

Faktisch gehe es dabei nur um eine Namensänderung, beruhigt der Direktor des Sinclair-Hauses, Johannes Janssen. Gründerin Susanne Klatten hat die Altana-Stiftung in ihre 2012 in München ins Leben gerufene Nantesbuch-Stiftung integriert. Dadurch wolle sie „ihr vielfältiges Engagement für Kunst, Natur und kulturelle Bildung unter einem gemeinsamen organisatorischen Dach“ vereinen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Unternehmerin und Milliardärin ist in Bad Homburg aufgewachsen, lebt aber schon lange mit ihrer Familie in München. Dennoch werde sich an ihrem Engagement für das Sinclair-Haus nichts ändern, versichert Johannes Janssen. Ganz im Gegenteil: Damit das Museum auch in Zukunft seine Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst zum Schwerpunktthema Natur zeigen kann, lässt die Stiftung Nantesbuch im kommenden Jahr die komplette Haustechnik erneuern.

Deshalb wird das historische Gebäude nach der aktuellen Schau „Buchwelten“ im Februar geschlossen. Janssen hofft, dass die Arbeiten bis Dezember 2018 abgeschlossen sind. „Die Weihnachtszeit spielt für uns eine große Rolle.“

Ohnehin erfreut sich das Museum eines wachsenden Zuspruchs. Die jüngste Schau „Nach der Natur“ verzeichnete 11 000 Besucher. Die Ausstellung „Buchwelten“, die erst am 1. Oktober eröffnet wurde, wollten bereits 1500 Menschen sehen.

Was Anzahl und Qualität der Angebote angeht, werde sich durch den neuen Stiftungsnamen nichts ändern, das Gleiche gelte auch für das umfangreiche Begleitprogramm und das Personal, das bislang für die Altana-Kulturstiftung gearbeitet hat, betont Janssen. Er erhofft sich sogar Vorteile durch die Fusion. „Wir können nun auch auf die Ressourcen der Stiftung Nantesbuch zurückgreifen.“

Die Sammlung der Altana-Kulturstiftung wird allerdings perspektivisch nach Nantesbuch im bayerischen Voralpenland abwandern, wo Susanne Klatten ein Zentrum für die Verknüpfung von Kunst und Natur etablieren will. Weil die nötigen Räume aber noch fehlen, bleiben die rund 600 Werke wohl noch für ein paar Jahre in Bad Homburg.

Für die Ausstellungen im Sinclair-Haus spiele die eigene Sammlung ohnehin keine so große Rolle mehr wie früher, sagt Johannes Janssen. Beleg ist die neue Schau „Buchwelten“: Mit Anselm Kiefers „Mutterkorn“ ist lediglich ein einziges Exponat aus dem eigenen Bestand zu sehen.

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