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Mit dem Alfa durch Schnee und Eis

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Der rote Alfa Romeo von Rolf Maier-Lenz.
Der rote Alfa Romeo von Rolf Maier-Lenz. © Privat

Rolf Maier-Lenz aus Eschborn startet zum fünften Mal mit seinem roten Alfa Romeo bei der Rallye Monte Carlo Historique. Los geht's in Bad Homburg. Von Claudia Horkheimer

Von Claudia Horkheimer

Rolf Maier-Lenz will es wieder wissen: Am Freitag um 15 Uhr startet der Jurist aus Eschborn zum fünften Mal zur Rallye Monte Carlo Historique. Diesmal geht es für die deutschen Teilnehmer der größten Rallye der Welt für Oldtimer in Bad Homburg los. Mehr als 300 Teams aus der ganzen Welt wagen die Sternfahrt über die französischen Seealpen.

Insgesamt 2700 Kilometer müssen Maier-Lenz und sein Rennpartner Rudolf Hofmann aus Franken in sechs Tagen unter die Reifen kriegen. "Das Schwierigste ist, die Strecke herauszufinden", sagt Maier-Lenz und breitet einen Berg Karten vor sich aus. Denn die Route führt nicht über Hauptverkehrswege, sondern über kleine Seitensträßchen, deren französische Bezeichnungen erst einmal gefunden werden müssen - ohne Navi. "Wenn man sich da einmal verfährt, ist es vorbei", sagt der 58-Jährige und grinst breit. Er ist bereits im Rennfieber, freut sich auf die Spannung während der Fahrt und den Adrenalinkick. Ja, ein bisschen gehe es dabei schon zu wie in Filmen, etwa wie "In 80 Tagen um die Welt". "Vorletztes Jahr verloren wir im letzten Drittel der Strecke den vorderen Stoßdämpfer", erzählt er. Mit dem Alfa Romeo Baujahr 1963 sei das kein Problem gewesen. "Das einzige Auto, mit dem sie auch ohne Stoßdämpfer weiterfahren können." Er lacht.

Schon seit den 1970er Jahren hat Maier-Lenz dieses Faible für Oldtimer - speziell den Alfa Romeo. Es war die Zeit, als die Autos immer geradliniger wurden und immer mehr Plastik verbaut wurde. Der Alfa hingegen mit der obenliegenden Nockenwelle und dem Alumotor, das sei noch ein Auto! Heute besitzt Maier-Lenz gleich zwei davon: eine rote Limousine für die Rallyes und ein weißes Cabrio für Spazierfahrten.

Seit vielen Jahren nimmt er regelmäßig an deutschen Rallyes teil. Doch seit er bei der "Monte" dabei ist, sei er "verwöhnt". Der Reiz liege in der schönen Landschaft, den wildromantischen Wegen und den anspruchsvollen Passstraßen. Über das Winterwetter macht er sich keine Sorgen. "Schnee ist besser als Regen." Wieder mal der Alfa eben: Er sei zwar weniger leistungsstark als etwa ein Porsche 911, dafür aber auf Schnee und Eis besser zu fahren. Auf Höchstgeschwindigkeit kommt es bei der seit 1911 bestehenden Monte sowieso nicht an, weil es eine Gleichmäßigkeitsrallye ist. Wer die vorgeschriebenen 50 Stundenkilometer unter- oder überschreitet, kassiert Strafpunkte. Erstmals wird die Wertung per GPS vorgenommen. So wissen die Fahrer nicht, wann gemessen wird. Das Tempo beizubehalten, auch wenn´s kurvig oder steil wird, ist das eigentlich Knifflige an der Sache. Ihr bestes Ergebnis holten Maier-Lenz und Hofmann 2006 mit dem 22. Platz in der Gesamtwertung und dem 1. Rang in ihrer Klasse. Vorletztes Mal holten sie den Mannschaftspokal für das Team Loos International. Diesmal peilen sie an, wenigstens unter die besten zehn Prozent zu kommen.

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