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Die Namen jüdischer Opfer wurden in das Glas eingraviert.

Oberursel

Ärger bei Einweihung des Opferdenkmals

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Ein Vereinsmitglied klebt eigenmächtig den Namen von Euthanasieopfern auf die neue Glastafel.

Die Feier zur Fertigstellung des Denkmals für die Oberurseler Opfer des Nationalsozialismus war für alle Beteiligten ein Grund zur Freude. Seit 2005 haben sie auf diesen Moment gewartet. Aber ganz ohne Misstöne lief die Einweihung der noch fehlenden Glastafel nicht ab.

Die Tafel, die in der Mitte des Denkmals angebracht wurde, trägt die Namen der jüdischen Opfer Oberursels, die von den Nazis ermordet wurden. Sie sind in das Glas eingraviert.

Doch noch vor Beginn der Feierstunde hatten Vorstandsmitglieder des Opferdenkmal-Vereins weitere Namen auf der Scheibe entdeckt. Aufgeklebt, links und rechts neben den anderen, in Größe und Stil klar zu unterscheiden.

Christoph Müllerleile, Schatzmeister des Vereins, weiß, was es damit auf sich hat. Ein Vereinsmitglied sei dafür verantwortlich. Sie wolle, dass auch die Oberurseler Euthanasieopfer auf der Tafel stehen. Ein Opfer ist auch namentlich erwähnt. „Bei allen anderen fehlt das Einverständnis etwaiger Nachfahren. Manchmal kennen wir nicht mal den Nachnamen“.

Daher, so Müllerleile, habe der Vorstand beschlossen, die Euthanasie-Opfer in einem Gedenkbuch neben dem Denkmal zu verzeichnen. Nach der Einweihung wurden die aufgeklebten Namen wieder abgekratzt.

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