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Acht Millionen Miese

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Weil die Gewerbesteuer einbricht, muss der Kämmerer knapsen

Es steht nicht gut um die Kronberger Finanzen. Auf fast acht Millionen Euro beziffert Kämmerer Klaus Temmen das Defizit der Stadtkasse im nächsten Jahr. Die Schulden der Stadt werden Ende 2013 bei 22,7 Millionen Euro liegen, plus etwa zehn Millionen aus kurzfristigen Kassenkrediten. Die Stadtwerke haben laut Temmen weitere 5,7 Millionen Euro Schulden. Im nächsten Jahr muss die Stadt rund 1,5 Millionen Euro an Schuldzinsen zahlen.

Neue Kredite will der Kämmerer im kommenden Jahr nicht aufnehmen. Zusätzlich möchte Temmen eine halbe Million an Verbindlichkeiten tilgen. Trotzdem werde man frühestens im Jahr 2020 einen ausgeglichenen Haushalt haben, sagte Temmen am Donnerstag bei der Vorlage seines Etatentwurfs. Die Stadtverordneten müssen sich bis Dezember eine Meinung dazu bilden.

Sorgen macht den Rechnern im Rathaus, dass die Einnahmen aus der Gewerbesteuer immer weiter schrumpfen. Im laufenden Jahr hatte man noch mit 16 Millionen Euro gerechnet – doch es kommen wohl nur 11,5 Millionen herein. Die Einkommensteuer der Kronberger bringt der Stadt rund 12,5 Millionen Euro.

Um mehr Geld zu verdienen, schlägt der Magistrat eine Anhebung der Grundsteuer B vor. Sie soll allerdings erst im Jahr 2015 steigen. Teurer werden wohl die Friedhofsgebühren – nicht aber die Kosten für Bestattungen. Die Eltern von Kita-Kindern müssen im Laufe des nächsten Jahres mit höheren Betreuungsgebühren rechnen.

17 Millionen erhält der Kreis

Aus der Stadtkasse muss der Kämmerer im nächsten Jahr 17,6 Millionen Euro Umlagen an das Landratsamt zahlen. Für das städtische Personal werden 10,6 Millionen Euro fällig. Die Erzieherinnen in den Kindergärten werden künftig eine Besoldungsstufe besser bezahlt. Die Kinderbetreuung lässt sich die Stadt Kronberg 2013 4,9 Millionen Euro kosten. Für die Unterhaltung der städtischen Straßen und Gebäude verbraucht die Stadt 3,7 Millionen Euro. Die Vereinsförderung bleibt im Umfang von 300000 Euro bestehen.

Investitionen sind bei dieser schlechten Finanzlage nur für 1,7 Millionen Euro zu stemmen. Der Magistrat will die alten Stühle in der Stadthalle auswechseln und das Becken im Waldschwimmbad mit einer Abdeckung vor Auskühlung schützen. Weiteres Geld geht in den Digitalfunk für die Feuerwehren.

Mit knapp 100000 Euro möchte die Verwaltung die Papier- und Druckerkosten auf Dauer drücken: Die rund 80 ehrenamtlichen Lokalpolitiker bekommen im nächsten Jahr je ein I-Pad, auf dem sie per Internet die jeweiligen Sitzungsvorlagen empfangen und verwalten können. Das sei auf Dauer billiger als die vielen Papiere, so Temmen. (nes.)

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