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Acht Kirchengemeinden unter einem Dach

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Die Gründung einer Pfarrei neuen Typs wird mit einem Pontifikalamt gefeiert

Von Jürgen Streicher

Im Bistum Limburg wird die neue katholische Kirche für Oberursel und Steinbach als „Abenteuer“ angesehen. Die Zusammenführung der bisherigen acht Kirchengemeinden unter dem Dach von St. Ursula wird kirchenintern als Gründung einer „Pfarrei neuen Typs“ verstanden. St. Ursula gehört damit zu den Vorreitern des Wandlungsprozesses im Bistum Limburg. Gebührend gefeiert wird der Start ins Abenteuer am 1. Januar 2012 mit einem Pontifikalamt mit Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Der neue Typus – eine Pfarrei mit acht lebendigen Kirchorten, so die Wunschvorstellung – ist Folge des demografischen Wandels sowie zurückgehender Zahlen bei Priestern, Hauptamtlichen und Gläubigen. Pfarreien schlossen sich in Pfarrverbänden, den pastoralen Räumen, zusammen, die sich inzwischen wieder mit Zusammenführungen auseinandersetzen müssen.

Achtzig Väter und Mütter

Zur neuen Pfarrei St. Ursula gehören die Gemeinden Liebfrauen und St. Hedwig, die Stadtteilgemeinden St. Petrus Canisius (Oberstedten), St. Aureus und Justina (Bommersheim), St. Sebastian (Stierstadt), St. Crutzen (Weißkirchen), die Italienische Gemeinde und St. Bonifatius in Steinbach.

Eineinhalb Jahre haben laut Bistum „80 Mütter und Väter“ an der Gründungsvereinbarung gearbeitet. Der Anspruch war, ein gemeinsames Konzept zu entwickeln, das von allen getragen wird und das „seelsorgliche Nähe“ auch in der neuen Struktur ermöglicht. „Es wird kein Gottesdienst gestrichen und kein Gemeindebüro geschlossen“, so Pfarrer Andreas Unfried, der priesterliche Leiter. Er arbeitet mit einem zwölfköpfigen Pastoralteam und einem Pfarrgemeinderat zusammen, in dem jede Gemeinde zwei Mitglieder stellt.

Die Fäden der neuen Pfarrei laufen im Pfarrhaus St. Ursula zusammen. Dort wird zurzeit noch umgebaut, um zusätzliche Büroflächen für alle Gemeinden zu schaffen. Mehr Effizienz in der Verwaltung wird erhofft, außerdem eine einfachere Organisation im Bereich Kindertagesstätten, die ab Januar alle in Trägerschaft der neuen Pfarrei sind. Ein hauptamtlich bei der Kirche angestellter Koordinator soll sie verwalten, sie bleiben der jeweiligen Gemeinde zugeordnet. Den Wunsch für die Zukunft formuliert Pastoralreferentin Susanne Degen: „Es wäre richtig gut, wenn viele Leute nun den Mut hätten, in unserer Kirche was Neues anzufangen.“

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