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Stabübergabe im Amtsgericht: Knauth (l.) und Schmidt.

Amtsgerichtsdirektor Knauth

Abschied nach 4000 Scheidungen

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Amtsgerichtsdirektor Ernst-Joachim Knauth geht in Pension. Dem passionierten Familienrichter und Fallschirmspringer folgt das Homburger Eigengewächs Stephan Schmidt. Von Jürgen Streicher

Nach 18 Jahren Wartezeit hat sich gestern für Stephan Schmidt der berufliche Lebenstraum verwirklicht. Ab 1. Juni wird er Direktor des Amtsgerichts Bad Homburg sein. Der Präsident des Frankfurter Landgerichts, Klaus Scheuer, überreichte ihm beim Festakt im großen Sitzungssaal die Ernennungsurkunde des Justizministeriums. Der 51-jährige Jurist ist seit 1991 am Amtsgericht Bad Homburg tätig.

Abschied und Neubeginn wurden gestern von den Ehrengästen, unter ihnen die Bürgermeister von Oberursel und Steinbach, Hans-Georg Brum und Peter Frosch, der Kreisbeigeordnete Wolfgang Müsse und Kreistagsvorsitzende Madeleine Funke, im Gleichklang gefeiert. Denn ohne die Verabschiedung von Ernst-Joachim Knauth, dem bisherigen Amtsgerichtsdirektor, wäre Schmidts Aufstieg nicht möglich gewesen.

Skifahrer und Tandem-Fallschirmspringer

Knauth tritt zum 1. Juni mit Erreichen der Altersgrenze von 65 Jahren in den Ruhestand. Knauth, begeisterter Tennisspieler, Skifahrer und, wie gestern bekannt wurde, Tandem-Fallschirmspringer, hatte das Amt vor sechs Jahren übernommen, als sein Vorgänger Werner Erbrecht zum Präsident des Arbeitsgerichts Darmstadt berufen wurde. Landgerichtspräsident Scheuer würdigte Knauth als den Familienrichter des Amtgerichts schlechthin.

Die 4000 Scheidungen, die er ausgesprochen hat, sind da nur eine Seite der richterlichen Medaille. Knauth steht laut Steuer auch für die bauliche Erneuerung des Amtsgerichts, die neue Verwaltungssteuerung und die Einführung einer gerichtsnahen Mediation. Die Verpflichtung Schmidts als neuer Direktor dürfte für Kontinuität in der Amtsführung Auf der Steinkaut bürgen. Der neue und der alte Chef hatten sich in den vergangenen Jahren, seit Schmidt 2005 zum ständigen Vertreter des Direktors ernannt wurde, stets auch als Partner verstanden. Schmidt bezeichnete seine beiden Vorgänger Knauth und Erbrecht als "Vorbilder". Bevor er 1991 nach Bad Homburg kam, war er vier Jahre bei zwei Großbanken tätig.

Die Vorsitzende des Richterrats, Bettina Burdenski, attestierte Schmidt "Verlässlichkeit, Kompetenz und Humor". Dass die aktuelle Wirtschaftskrise die Amtsgerichte im Hochtaunuskreis nicht treffen wird, versprach Landgerichtspräsident Klaus Scheuer. Es werde keine Änderungen in der Struktur geben, sagte Scheuer. Es gebe keine Pläne, eines der drei Amtsgerichte Bad Homburg, Königstein oder Usingen aus Kostengründen zu schließen. Bad Homburg stehe "glänzend da", das Amtsgericht sei eine "bedeutsame und wichtige Angelegenheit" für die Kurstadt.

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