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Abschied von Jörg Hölzer

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Von: Fabian Böker

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So kannte man Jörg Hölzer. Hier bei der Rallye Historique.
So kannte man Jörg Hölzer. Hier bei der Rallye Historique. © Michael Schick

Die Trauerfeier für Jörg Hölzer findet in der St.-Marien-Kirche statt. Alle Redner würdigen Hölzer als einen besonderen Menschen.

Einen vergleichbaren Andrang dürfte es in der Kirche St. Marien lange nicht gegeben haben. Schon etliche Minuten vor 11 Uhr gestern Vormittag waren alle Plätze belegt; am Ende standen die Besucher hinter den letzten Bänken in weiteren fünf, sechs Reihen. Sie alle führte ein trauriger Anlass in das Gotteshaus: der Abschied von Jörg Hölzer. Nach rund 90 Minuten waren sich alle einig: Es war ein würdiger Abschied.

Jörg Hölzer, lange Jahre Vorsitzender der Bad Homburger Aktionsgemeinschaft und in der Stadtgesellschaft bekannt wie kaum ein Zweiter, war in der Nacht vom 19. auf den 20. März nach langer Krankheit verstorben. Er wurde nur 58 Jahre alt.

Um dem gebürtigen Allgäuer die letzte Ehre zu erweisen, waren sie alle gekommen. Vertreter aus Politik, Kultur, Einzelhandel, von Geldinstituten, gemeinnützigen Einrichtungen, von der Feuerwehr, den Stadtwerken – oder einfach ganz normale Bürger der Stadt, so wie Jörg Hölzer im Grunde auch einer war.

Große Persönlichkeit

Doch sein jahrelanges Engagement war herausragend. Das stellten alle Redner an diesem Vormittag deutlich hervor. Pfarrer Werner Meuer sprach von Hölzer als „engagiertem Bürger“, als „Freund und Weggefährte“, als „große Persönlichkeit“. Beinahe jeder Satz – viele davon direkt an Hölzers Frau und die drei Töchter gerichtet – war geprägt von Superlativen und Hochachtung vor Hölzers Lebenswerk. Man merkte Pfarrer Meuer an, dass auch er einen persönlichen Freund verloren hat.

Eberhardt Schmidt-Gronenberg, stellvertretender Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft, fand ebenfalls nur anerkennende und respektvolle Worte. Jörg Hölzer sei zugleich „Chef, Kollege und ein Freund zum Anfassen“ gewesen, einer, „dem Bad Homburg am Herzen lag“. Er habe alles, „was fährt, brummt und Krach macht“, geliebt – damit spielte Schmidt-Gronenberg unter anderem auf die Rallye Monte Carlo Historique an, die Hölzer nach vielen Jahren wieder in die Kurstadt holte.

Holger Fritzel, noch amtierender Stadtverordnetenvorsteher, erinnerte an weitere Ereignisse, die ohne das Wirken von Jörg Hölzer wohl nicht zum Veranstaltungskalender der Stadt gehören würden: Weinfest, Kinder-Olympiade, Erntedankmarkt, Musiknacht, Weihnachtsmarkt, Alm-stadl – die Liste ließe sich fortführen. Fritzel beließ es am Ende bei einem Gruß an seinen verstorbenen Freund: „Mach’s gut, mein Lieber!“

Dessen Wille war es, bestimmte Elemente in die Trauerfeier zu integrieren. So erklang „Auf dem Weg zu mir“ von Peter Maffay ebenso wie ein Lied von Helene Fischer. Mag diese als Sängerin und Person auch noch so streitbar sein: Mit der Feststellung, dass ihre Liedzeile „Du bist ein Phänomen“ perfekt auf Jörg Hölzer passt, sprach Birgit Bellino von der Aktionsgemeinschaft wohl allen Besuchern aus dem Herzen. Ein würdiger Abschied für Jörg Hölzer. Für „unseren Jörg“, wie Pfarrer Meurer sagte.

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