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Ab 2019 direkt zum Flughafen

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46.000 Bahnpassagiere werden für die Schienenverbindung aus dem Hochtaunus zum Flughafen erwartet.
46.000 Bahnpassagiere werden für die Schienenverbindung aus dem Hochtaunus zum Flughafen erwartet. © dapd

Alle Kreistagsfraktionen sprechen sich für die Planung der 44 Kilometer langen Direkt-Bahnverbindung von Bad Homburg zum Flughafen bis Buchschlag aus. Gebaut werden soll ab 2016; die Züge rollen ab 2019. Der Kreis muss Millionen investieren.

Von Klaus Nissen

Alle Kreistagsfraktionen sprechen sich für die Planung der 44 Kilometer langen Direkt-Bahnverbindung von Bad Homburg zum Flughafen bis Buchschlag aus. Gebaut werden soll ab 2016; die Züge rollen ab 2019. Der Kreis muss Millionen investieren.

Im Dezember 2018 oder 2019 bekommen Hochtaunus-Bewohner ihre direkte Schienenverbindung zum Flughafen. Für dieses Ziel werden alle Anlieger-Kommunen der künftigen Regionaltangente West (RTW) viele Millionen ausgeben. Für den 17. Dezember ist in Bad Homburg der Notartermin angesetzt. Das sagte Rolf Valussi, Chef der in Frankfurt sitzenden Planungsgesellschaft, vor dem Haupt- und Finanzausschuss des Kreistages.

Einstimmig empfahlen die Politiker dem Kreistag, am nächsten Montag (ab 17 Uhr im Landratsamt) die bis Ende 2015 dauernde Planungsphase für die neue Bahnlinie zu finanzieren. Dafür sind laut Valussi insgesamt 20,8 Millionen Euro nötig. Der Hochtaunuskreis muss davon knapp 2,4 Millionen Euro aufbringen, die Stadt Bad Homburg weitere 1,4 Millionen. Elf Millionen übernimmt die Stadt Frankfurt. Den Rest der Kosten teilen sich der Main-Taunus-Kreis und der Kreis Offenbach. Bis jetzt gaben die Genannten als Gesellschafter bereits 5,78 Millionen Euro für die Bahnstrecken-Planung aus.

Die Regionaltangente hat 44 Kilometer. Sie verläuft zunächst auf der Trasse der S5. Auf einer Strecke von insgesamt 25 Kilometer müssen neue Schienen verlegt werden. Es soll 22 Haltestellen zwischen Bad Homburg, dem Flughafen und Dreieich-Buchschlag geben. Wer künftig von Oberursel direkt zum Flughafen fährt, wird im Halbstundentakt 35 Minuten auf der Regionaltangente unterwegs sein. Zurzeit sind es wegen des Umwegs über Frankfurt 40 Minuten. Die Bad Homburger sparen ebenfalls nur fünf Minuten und sind in 38 Minuten am Flieger. Trotzdem halten Valussi und alle Kreistagsabgeordneten die netto 376 Millionen Euro teure Regionaltangente für sinnvoll. Denn diese Bahnlinie werde jeden Tag etwa 15.000 Autofahrten überflüssig machen, so Valussi. „Das spart viele Personenkilometer und Kohlendioxid-Emissionen.“ Der Planer schätzt, dass jeden Tag etwa 46.000 Fahrgäste die Regionaltangente benutzen werden. „30.000 ziehen wir von der S-Bahn ab“. Das werde die oft proppenvollen S-Bahnen entlasten.

Etwa jeder fünfte Nutzer der Regionaltangente werde aus dem Hochtaunus kommen, so Valussi. Für Oberursel prophezeit er zum Beispiel 3715 Ein- und Aussteiger pro Tag. Fahrgäste aus Kronberg und Königstein sollen mit der S3 bis Eschborn fahren und dort in einem neuen „Turmbahnhof“ in die Regionaltangente umsteigen.

Der Baubeginn ist nach der Planfeststellung ab dem Jahr 2016 möglich. Aber nur, wenn der Bund und das Land Hessen 320 Millionen Euro beisteuern. Weitere 100 Millionen Euro sollen für die fünf jeweils rund hundert Meter langen und fast tausend Passagiere fassenden Züge aufgebracht werden. Das Geld will man bei Banken leihen; die Kommunen sollen für die Kredite bürgen.

Wenn alles gutgeht und die Züge ab 2018 oder 2019 rollen, wird nach heutiger Rechnung ein jährlicher Zuschussbedarf von 12,8 Millionen Euro bleiben. Davon müssen der Hochtaunuskreis und Bad Homburg wohl 20 Prozent zahlen.

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