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Bildung

Hochschulen in Hessen sollen 11 Milliarden Euro bekommen

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Eine verlässlichere Förderung soll das Betreuungsverhältnis verbessern. Auch soll es mehr feste Stellen geben.

Eine „Rekordsumme“ für die 40 Hochschulen in Hessen kündigt die Landesregierung an. 11,2 Milliarden Euro will sie in den Jahren 2021 bis 2025 in die Qualität von Lehre und Forschung investieren. Zwei Milliarden Euro mehr, als in der Vorgängervereinbarung. Die Grundfinanzierung wächst jährlich um vier Prozent. „Wir wollen, dass unsere Hochschulen noch besser in der Lehre werden, ihr Profil schärfen und mehr Chancengleichheit bieten“, sagte Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) am Mittwoch, anlässlich der Unterzeichnung des neuen Hochschulpakts in Wiesbaden mit den 14 Präsidenten.

Vorausgegangen waren monatelange, anstrengende Verhandlungen, sagten mehrere Teilnehmer. Die Vertretung der Studierenden hatte nicht mit am Tisch gesessen, das sei auch in anderen Bundesländern so Usus, sagte Dorn. Sie seien durch die hochschulinternen Gremien involviert worden.

WER PROFITIERT?

Rund 225 000 Menschenstudieren an den 14 Hochschulen des Landes. So viel wie noch nie. Vom Pakt profitieren:

Fünf Universitäten:Technische Universität Darmstadt, Goethe-Universität Frankfurt, Justus-Liebig-Universität Gießen, Universität Kassel, Philipps-Universität Marburg.

Fünf Hochschulenfür Angewandte Wissenschaften: Hochschule Darmstadt, Frankfurt University of Applied Sciences, Hochschule Fulda, Technische Hochschule Mittelhessen, Hochschule RheinMain.

Drei Kunsthochschulen: die Hochschule für Gestaltung Offenbach, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und die Hochschule für Bildende Künste-Städelschule Frankfurt.

Außerdem: die Hochschule Geisenheim im Rheingau. dpa/jur

Die Einigung führe zu einem „Systemwechsel“, sagte Dorn. „Die Hochschulen können so verlässlich planen, wie noch nie.“ Das mindere die Zahl unbefristeter Beschäftigter. Erstmals gebe es einen festen Sockel für die Finanzierung, der jedes Jahr um vier Prozent wächst. Bis zum Jahr 2025 sollen 300 vom Land kofinanzierte zusätzliche Stellen dafür sorgen, dass das Betreuungsverhältnis von derzeit 72 Studierenden pro Professor auf 62 sinkt. Es gebe auch klare Ziele, die die Bildungseinrichtungen sich selbst setzen. Der Pakt beinhaltet ein „Profilbudget“, das die Hochschulen darin unterstützt, ihre Stärken zu finden. Das, so die Ministerin, sei „ein Anreiz, sich weiterzuentwickeln“. Die Zeiten des ruinösen Wettbewerbs seien beendet. Gefördert würden stattdessen Forschungsallianzen, wie etwa die der Rhein-Main-Universitäten Darmstadt-Frankfurt-Mainz.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) stellte die zentrale Bedeutung der Einrichtungen heraus: „Die Forschungsergebnisse von heute lösen die Herausforderungen der Zukunft.“ Der Pakt, so Finanzminister Thomas Schäfer (CDU), sei „der größte finanzielle Kraftakt der Legislaturperiode.“ Während der Laufzeit investiere das Land weitere 1,8 Milliarden Euro in das Forschungsprogramm Loewe, das Hochschulbauprogramm Heureka und den Digitalpakt Hochschulen.

Zufrieden äußerte sich Brigitta Wolff, Sprecherin der Konferenz Hessischer Universitätspräsidien und Präsidentin der Frankfurter Goethe-Universität. Der Wunsch nach einem stabilen Sockelbudget sei erfüllt, die 300 neuen Stellen würden die Betreuungsqualität verbessern. Die jetzigen Lehrenden bekämen mehr Zeit für die Forschung. Und: „Das schafft Perspektiven für unseren Nachwuchs.“

Die größte Errungenschaft, sagte Frank Dievernich für die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, seien die regulären Haushaltsmittel für den Mittelbau. Sie seien das Scharnier zu dem Mittelstand, mit dem die Hochschulen eng zusammenarbeiteten, so der Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences. Elmar Fulda, Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt konstatierte: Den Kunsthochschulen ermögliche der Pakt, speziell im Bereich Musik dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse anzubieten.

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