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Artikel 1 meint ausdrücklich die Würde des Menschen, nicht nur des deutschen Staatsbürgers.

Sozialforum

Hinaus auf die Straße

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Das hessische Bündnis kämpft für das Grundgesetz – am Samstag in Frankfurt.

Das Hessische Sozialforum geht wieder auf die Straße – so wie es einst begonnen hat. Am Samstagnachmittag stellen sich die engagierten Kämpfer für gute Arbeit, Bildung, Wohnen und Willkommenskultur der Diskussion auf dem Frankfurter Paulsplatz. Dort stoßen die Mitgliedsorganisationen mit acht Ständen, an denen sie ihre Positionen vorstellen, zu einer Bühnenveranstaltung des befreundeten Bündnisses „„#umsetzen! 70 Jahre Grundgesetz – ein Grund zu feiern und zu kämpfen“. Es sei „an der Zeit, für das Grundgesetz einzutreten“, lautet dessen Appell – gegen Angriffe auf die Würde der Menschen, auf die Religionsfreiheit und auf das Gleichberechtigungsgebot.

Am Vormittag gibt es Vorträge und Podiumsgespräche im Haus am Dom zu hören, zu denen ebenfalls jede und jeder Interessierte kommen kann. Hauptredner ist der Journalist und Autor Heribert Prantl.

Mit dem Nachmittag auf dem Paulsplatz schließt das 14. Sozialforum an seine Ursprünge an. Beim ersten Hessischen Sozialforum 2004 hatten Sozialverbände und Initiativen zunächst eine Charta verabschiedet, um dann zur Demonstration gegen Sozialabbau auf die Straße zu gehen. In den vergangenen Jahren blieben die Sozialverbände jedoch in den Räumen der evangelischen oder katholischen Akademien.

Das Kürzungspaket „Operation sichere Zukunft“ der Landesregierung von Roland Koch (CDU) hatte rund 30 Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände, kirchliche Gruppierungen und andere Initiativen zur Gründung des Hessischen Sozialforums veranlasst. Umso bemerkenswerter ist es, dass in diesem Jahr ein Vertreter der schwarz-grünen Landesregierung ein Grußwort spricht.

Sozialminister Kai Klose (Grüne) sagte der Frankfurter Rundschau vorab, die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und faire Teilhabechancen aller hier lebenden Menschen seien der Regierung „besonders wichtig“. Klose bezeichnete das Hessische Sozialforum als „eine gute Plattform“ für den Austausch. Organisator Thomas Wagner, der als Studienleiter für die Katholische Akademie arbeitet, betont, man habe bewusst ein anderes Format gewählt, um stärker in den öffentlichen Raum zu wirken. Dabei greift das Sozialforum zwei Themen auf, die in der kommenden Woche im Mittelpunkt stehen.

Neben dem 70-jährigen Bestehen des Grundgesetzes ist das die Europawahl vom 26. Mai. „Die EU muss sich verändern, muss demokratischer, sozialer, menschlicher und friedlicher werden“, heißt es im Aufruf des Bündnisses „#umsetzen!“.

Für manche Teilnehmer wird es ein langes Wochenende. Denn nach dem ganztägigen Sozialforum am Samstag steht am Sonntag die Demonstration „Ein Europa für alle – Deine Stimme gegen Nationalismus“ an, die um 12 Uhr am Opernplatz beginnt. Viele Organisationen gehören zu den Trägern beider Veranstaltungen, darunter Attac, der Paritätische, der Deutsche Gewerkschaftsbund, Pro Asyl und die Naturfreundejugend.

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