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Unterbringung von Geflüchteten: Wetteraukreis fordert Hilfe von Landes- und Bundesregierung

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Notunterkunft in Dresden
An vielen Orten in Deutschland müssen Geflüchtete Menschen provisorisch untergebracht werden. Der Wetteraukreis in Hessen stellt deshalb jetzt Forderungen an die Landes- und Bundesregierung. (Symbolbild) © Robert Michael/dpa

Durch den Ukraine-Krieg kommen wieder deutlich mehr Geflüchtete nach Deutschland. Der Wetteraukreis warnt vor einer Überlastung – und stellt Forderungen.

Friedberg – Der Wetteraukreis und seine 25 Kommunen sind beim Unterbringen von Geflüchteten an der Kapazitätsgrenze angekommen. Das steht in einem offenen Brief, den die Kreisspitze sowie die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister an Landes- und Bundesregierung adressiert haben. Sie fordern eine Kommunikation „auf Augenhöhe“ ein.

Die Unterzeichnenden betonen, dass sie für ein weltoffenes Land stünden, das Asylsuchenden aus allen Teilen der Welt eine humanitäre und menschenwürdige Unterbringung ermögliche.

Geflüchtete im Wetteraukreis: Offener Brief an Landes- und Bundesregierung

Doch privater Wohnraum für Geflüchtete sei schon lange Mangelware - ein wesentlicher Unterschied zur Situation der Jahre 2015 und 2016. Inzwischen seien große Teile der Bevölkerung nicht (mehr) bereit, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. „Dies gilt insbesondere für junge Männer, die die Bundesrepublik ohne Familien erreicht haben.“ Zwar habe sich die Lage zu Beginn des Krieges in der Ukraine anders dargestellt - die Hilfsbereitschaft für die Kriegsgeflüchteten sei überwältigend gewesen -, auch diese Kapazitäten seien inzwischen nahezu aufgebraucht.

Seit mehr als einem Jahr seien trotz dieser schwierigen Bedingungen alles getan worden, um Unterkünfte für Geflüchtete zu schaffen. Nun müssten „Flächen des Gemeinbedarfs“ also Sporthallen, Bürgerhäuser oder Festplätze genutzt werden. Bereits die beiden Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes mit insgesamt 1800 Plätzen in Friedberg und Büdingen seien eine enorme Belastung.

Unterbringung von Geflüchteten: Wetteraukreis stellt Forderungen

Der reine Zuzug von Geflüchteten in den Wetteraukreis sei innerhalb eines Jahres, von 2021 auf 2022, um das Neunfache angestiegen. Von 590 Personen im Vorjahr auf 5300 in diesem Jahr. „Allein für die Unterbringung, aber auch für die Integration bringt dies eine immense Herausforderung für Kommunen und Gesellschaft. Dieses enorme Zuwanderungsgeschehen in Deutschland sei nach dem Eindruck der kommunalen Ebene im Wetteraukreis ein Nährboden für extreme politische Strömungen“, heißt es im offenen Brief.

Hinzukomme die Sorge, die wachsenden Aufgaben nicht mehr finanzieren zu können - Spielräume in den kommunalen Haushalten gebe es keine. Daher stellen Kreis und Kommunen drei Forderungen: Bund und Land sollen Unterbringungskapazitäten schaffen. Auf europäischer Ebene müsse auf eine „gleichmäßige und gerechte Aufteilung der Geflüchteten“ hingearbeitet werden und es gelte die Anstrengungen der kommunalen Ebene anzuerkennen. (red)

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