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Wenn sich der Wasserzähler dreht, bringt das den Stadtwerken Dietzenbach Einnahmen. Die großen Erträge fehlen der GmbH aber, weil sie kein Energielieferant ist.
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Wenn sich der Wasserzähler dreht, bringt das den Stadtwerken Dietzenbach Einnahmen. Die großen Erträge fehlen der GmbH aber, weil sie kein Energielieferant ist.

Dietzenbach

Hilfe für kränkelnde Stadtwerke

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Die finanzielle Situation der Stadtwerke Dietzenbach ist angespannt. Die Stadtverordneten beschlossen, der GmbH zu helfen, bestehen aber auf einem Sanierungskonzept bis Mitte Juli.

Die Stadtwerke Dietzenbach sind in Schieflage geraten. Die Eigenkapitalquote liegt nur noch bei rund 17 Prozent, die GmbH braucht deshalb eine Kapitalstärkung – und vor allem sieben Millionen Euro, um die Kläranlage zu sanieren und zu optimieren. Nach einem Beschluss, den die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Freitagabend fassten, springt die Stadt ihrem Tochterunternehmen jetzt erst einmal bei. Bis Mitte Juli muss der Magistrat jedoch ein Sanierungskonzept mit mittel- und langfristiger Finanzplanung für das Unternehmen vorlegen sowie in jeder Haupt- und Finanzausschusssitzung über den aktuellen Sachstand berichten.

Noch ist unklar, wie die Stadtwerke langfristig wirtschaftlich betrieben werden können. Im Gegensatz zu den Stadtwerken anderer Kommunen ist die GmbH keine „Cash-Cow“, wie sich Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) ausdrückte. Die Stadtwerke Dietzenbach liefern nämlich keine Energie, sondern schöpfen ihren Gewinn lediglich aus den Gebühren des Wasser- und Fernwärmenetzes.

Klar ist aber, wie sie in Schieflage kamen: Zuerst wurde die städtische Tochtergesellschaft privatisiert, dann wieder rekommunalisiert. Das Geld aus dem Verkauf blieb aber nicht bei den Stadtwerken, sondern wanderte in den Anlagenfonds der Stadt Dietzenbach. Das Geld für die Rekommunalisierung – den Kauf des Wasserversorgungs- und des Fernwärmenetzes – besorgte man sich bei den Stadtwerken dagegen auf dem freien Kapitalmarkt, die Stadt übernahm lediglich eine Ausfallbürgschaft.

Gewinne fast vollständig an Stadt ausgeschüttet

Darüber hinaus wurden die Gewinne der Stadtwerke zwischen 2014 und 2019 fast vollständig an die Stadt ausgeschüttet, damit diese den vereinbarten Abbaupfad des kommunalen Schutzschirms einhalten konnte.

Die Stadt habe die Privatisierung seinerzeit wieder rückgängig gemacht und die Stadtwerke erneut in die kommunale Trägerschaft überführt, um wieder Einfluss zu nehmen und die Bürger vor höheren Gebühren zu schützen, erklärte Erster Stadtrat Dieter Lang (SPD). Da die Stadtwerke aber keine Gas- und Stromkonzessionen haben, fehlen ihnen lukrative Einnahmen. Sie sind lediglich mit 15 Prozent an der Gaskonzession der Maingau Energie mit Sitz in Obertshausen beteiligt. „Die Maingau hat mittlerweile einen Wert von 500 Millionen Euro. Der Wert des Unternehmens hat sich verzehnfacht, wir können keine weiteren Anteile mehr kaufen“, so Lang.

Die Stadtverordneten schnürten am Freitagabend einstimmig ein Hilfspaket für die Stadtwerke, das aber erst einmal wesentlich kleiner ausfällt, als es der Magistrat beantragt hatte. Sie beschlossen, dass die GmbH die Schulden, die sie bei der Stadt als Gesellschafter hat, zunächst bis zum Jahresende nicht mehr tilgen muss. Die Tilgung macht jährlich knapp 800 000 Euro aus.

Der Magistratsantrag dagegen hatte vorgesehen, die Stadt solle doch auf die noch offenen Darlehensforderungen von mehr als zehn Millionen Euro komplett verzichten, damit sich die Kapitalrücklage der Stadtwerke entsprechend erhöhe. So könne die Eigenkapitalquote der Stadtwerke von 17 auf rund 32 Prozent steigen. Das ging den Parlamentariern aber zu weit. Sie wollen erst den Jahresabschluss 2019 der Stadtwerke sehen.

Die Stadt stellt den Stadtwerken außerdem sieben Millionen Euro aus dem 27 Millionen Euro starken städtischen Anlagenfonds zur Verfügung, von dem allerdings 20 Millionen Euro für die Entwicklungsmaßnahme blockiert sind. Die sieben Millionen erhöhen die Eigenkapitalquote der Stadtwerke dann auf 38 Prozent und sie benötigen keine Bankkredite, damit die Kläranlage modernisiert werden kann.

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