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Hilfe für behinderte Menschen im Alltag

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Team „Betreutes Wohnen“ unterstützt bei Behördengängen und Arztbesuchen

OBERURSEL - Mit dem Begriff „aufsuchende Sozialarbeit“ bringt Daniela Lehmann die Arbeit ihres Teams auf den Punkt. Sie leitet den Bereich „Betreutes Wohnen“ im Verein zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderung (VzF) Taunus. Seit zehn Jahren ist das ein wichtiges Standbein des VzF. Gemeinsam mit Nasser Djafari, Vorsitzender des VzF, führte sie jetzt durch die neu bezogenen Räume in der Adenauerallee.

„Bis vor kurzem war das ,Betreute Wohnen‘ zwar im selben Gebäude untergebracht. Doch das Team musste sich die Räume mit unseren Mitarbeitern aus Verwaltung und Buchhaltung teilen“, erklärt Djafari. Jetzt stehen Bereichsleiterin Lehmann und ihren Mitarbeitern rund 110 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung.

Das achtköpfige Team betreut derzeit 39 Menschen im Hochtaunuskreis. „Uns ist es wichtig, dass wir unsere Klienten in ihrer eigenen Häuslichkeit unterstützen können. Jeder, der alleine leben möchte, soll das, unabhängig von der Schwere seiner Behinderung, tun können“, lautet die Devise.

„Unsere Klienten haben körperliche oder geistige Behinderungen oder psychische Erkrankungen“, erklärt Lehmann. „Wir kommen zu den Klienten nach Hause und sind ihnen bei der Organisation ihres Alltags behilflich.“ Zum Team gehören Sozialarbeiter und Diplom-Pädagogen. „Damit sind wir für die Beratung und Unterstützung unserer Klienten optimal aufgestellt.“

Djafari erinnert sich, wie sich aus einer Idee 2012 die Fachstelle innerhalb des VzF gegründet hat. „Aus den Kindern, mit denen Ende der 1960er Jahre beim VzF alles begann, wurden Jugendliche und erwachsene Menschen, die weiterhin Unterstützung brauchen. So kamen wir auf den Gedanken des betreuten Wohnens“, sagt Djafari.

„Unser Konzept basierte damals wie heute darauf, dass Menschen mit Behinderungen, statt in speziellen Wohnformen zu leben, nach ihren Vorstellungen leben können sollen und trotzdem Hilfe erfahren. Das konnten wir dank der Starthilfe der Aktion Mensch 2012 auf den Weg bringen“, ergänzt Lehmann. Hauptleistungsträger ist der Landeswohlfahrtsverband.

Die Hilfe wird individuell auf jeden Klienten zugeschnitten: „Den Betreuten steht eine an den individuellen Bedürfnissen bemessene Anzahl an wöchentlichen sogenannten Fachleistungsstunden zur Verfügung“, schildert Lehmann. Je nach Lebensumständen sind diese sehr unterschiedlich. „Wir bieten beispielsweise psychosoziale Beratung an, helfen in allen Alltagsfragen, unterstützen bei Anträgen, begleiten bei Behördengängen oder Arztbesuchen und machen gemeinsame Freizeitaktivitäten“, so Lehmann weiter. Ziel sei die uneingeschränkte Teilhabe der Betreuten am Leben in der Gesellschaft.

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