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Hilfe beim Energiesparen

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Das waren noch Zeiten: Ausgelassenes Planschen war einmal, das Abenteuerbad im Erdgeschoss des Seedammbads ist bereits seit Wochen geschlossen, um den Energieverbrauch zu senken. reichwein
Das waren noch Zeiten: Ausgelassenes Planschen war einmal, das Abenteuerbad im Erdgeschoss des Seedammbads ist bereits seit Wochen geschlossen, um den Energieverbrauch zu senken. reichwein © Jochen Reichwein

Blackout-Notfallplan vorgestellt / Stadt fördert Maßnahmen mit bis zu 40 000 Euro

BAD HOMBURG - Notfallplan, Blackout, Gasmangellage. Worst-Case-Szenario - die Begriffe, die bei der Informationsveranstaltung zur Energiekrise, die am vergangenen Mittwoch im Kurhaus stattfand, genannt wurden, sorgten bei den Anwesenden sicher nicht gerade für Beruhigung.

Tatsächlich setzt sich der Krisenstab, der im Sommer von Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) einberufen wurde, angesichts der derzeitigen Lage auf dem Energiemarkt mit solchen Szenarien auseinander. Die Präventionsmaßnahmen der Stadt, aber auch, was in einem Ernstfall zu tun ist und welchen Beitrag die Bürger leisten können, sollten an diesem Abend Thema sein.

Verwaltung setzt auf erneuerbare Energien

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Ernstfall und eine extreme Mangellage an Gas oder Strom eintritt, sei sehr unwahrscheinlich, beruhigte Bürgermeister Oliver Jedynak (CDU) gleich zu Beginn. Dennoch müsse man natürlich vorbereitet sein. So habe die Stadt bereits in vielen Bereichen Vorkehrungen getroffen, um Energie einzusparen. Der eingeschränkte Betrieb im Seedammbad, die reduzierte Illumination in der Stadt und die strenge Einhaltung der Vorgaben des Bundes trügen bereits viel dazu bei, heißt es. Zudem setzt die Stadt künftig auf Gaslieferungen aus mehreren Bezugsquellen und verstärkt auf alternative Energieträger wie Flüssiggas-Importe, Biomethan oder Wasserstoff. Auch Windenergie oder Photovoltaik sollen künftig einen signifikanten Anteil der Energieversorgung übernehmen.

In der direkten Umgebung der Stadt tut sich da schon was: Die Mainova plant, den Windpark bei Nieder-Erlenbach/Karben zu erweitern - ein Rotor könnte auf Bad Homburger Gemarkung errichtet werden - und was Weilrod betrifft, sind beim Regierungspräsidium im September die Anträge eingegangen, drei weitere Rotoren zu genehmigen.

Doch was passiert, wenn trotz allem der Ernstfall in der Kurstadt eintritt und es zu einem längerfristigen Stromausfall, einer Gasmangellage oder, im schlimmsten Fall, zu beidem gleichzeitig kommt? Dafür hat die Verwaltung einen dreistufigen Notfallplan ausgearbeitet. Derzeit befinde man sich auf der mittleren, der „Alarmstufe“. Im Ernstfall stünden Feuerwachen und Bürgerhäuser als Zufluchtsorte zur Verfügung. Diese werden über Notstromaggregate, Öl- oder Pelletheizungen mit Wärme versorgt, sind also autark nutzbar - allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum von 96 Stunden. „Alles darüber lässt sich nicht mehr so gut organisieren“, so Jedynak. Da diese Einrichtungen nicht die ganze Bevölkerung aufnehmen können, soll sich hier auf die vulnerablen Gruppen fokussiert werden.

Damit es nicht so weit kommt, ist Energiesparen das Gebot der Stunde. Die Stadt unterstützt die Verbraucher dabei, zum Beispiel durch die Förderung baulicher Maßnahmen. Diese sei verdienstunabhängig, jedoch abhängig von den Haushaltsmitteln der Stadt, der jeweiligen Maßnahme. Die Förderung darf dabei nicht höher als 50 Prozent der Gesamtkosten sein, jedoch nicht mehr als 40 000 Euro je Gebäude. So werden unter anderem die Dämmung von Dächern, Wänden und Kellern, Austausch von Eingangstüren und Rolllädenkästen, Solaranlagen inklusive Speicherbatterien, Wärme- und Heizungspumpen gefördert. Auch berät die Stadt ihre Bürger in Sprechstunden. Längere Gespräche über 45 Minuten müssten jedoch angemeldet werden, informiert Holger Fröhlich von der Umwelt- und Landschaftsplanung. Bis man an der Reihe ist, muss man sich allerdings noch gedulden. „Aufgrund der großen Nachfrage kann es derzeit bis Januar dauern, bis man einen Termin bekommt“, warnt er. Nicht nur Gas ist gerade knapp.

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