Interview

„Hier ist der Tod mitten im Leben“

FR-Gewinnerin Erika Strott berichtet über die Führung über den Frankfurter Hauptfriedhof.

Bei der verlosten Führung über den jüdischen Friedhof fehlte am Tag des Geschehens leider der entsprechende Schlüssel, so dass Stadtführer Sascha Ruehlow die Teilnehmer stattdessen über den alten Hauptfriedhof führte.

Was haben Sie sich von der Friedhofsführung erwartet?
Ursprünglich war ja eine Führung über den jüdischen Friedhof angedacht. Daran wollte ich teilnehmen, weil mich die Geschichte interessiert und ich noch viel über jüdische Bestattungsformen lernen wollte. Nun war die Führung über den jüdischen Friedhof leider nicht möglich und sie ging stattdessen über den alten Hauptfriedhof. Die war aber auf ganz andere Weise interessant. Das hat mich vor allem überrascht, weil ich dachte, ich weiß schon viel über den Friedhof. Die Führung bot mir eine Ergänzung zu meinem bisherigen Wissen, die ich nicht missen möchte.

Wie hat Ihnen die Führung mit Sascha Ruehlow gefallen?
Herr Ruehlow hat das ganz super gemacht. Er gestaltet die Führung sehr abwechslungsreich und nicht so lehrbuchmäßig. Er erzählt anrührende private Geschichten zu den Grabstellen, informiert aber auch zur Sozialgeschichte, zu politischen Ereignissen und zur Kunstgeschichte. Er kann das sehr gut verbinden. Das hat mir sehr imponiert.

Was haben Sie heute an neuen Erkenntnissen gewonnen?
Schon gleich zu Beginn: Die Gruftenhalle kannte ich bislang nicht. Die Geschichte der Halle hat mich sehr berührt und ich fand es beeindruckend, dass da bis heute Menschen in den Familiengräbern beerdigt werden. Und wir können da einfach drüber hinweglaufen und uns unterhalten. Das kennen wir heute gar nicht mehr, dass der Tod so mitten im Leben ist.

Würden Sie die Führung weiterempfehlen?
Ja, unbedingt. Ich würde gern demnächst noch mal mit meiner Gymnastikgruppe wiederkommen. Ich hoffe, das klappt.

Interview: Jacqueline Melcher

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