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Sebastian Herkner mit einem neuen Stuhl namens Klee.

Absolvent III

Faible fürs Handwerk

  • Agnes Schönberger
    vonAgnes Schönberger
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Der HfG-Absolvent Sebastian Herkner, der bereits vor dem Ende seines Studiums 2006 sein eigenes Studio in Offenbach gründete, gehört zu den Topdesignern Europas. 

Sebastian Herkner hatte schon immer ein Faible fürs Handwerk. Deshalb zog es den 20-Jährigen 2001 zum Studium an die Hochschule für Gestaltung (HfG) nach Offenbach, weil sie dort eigene Leder- und Keramikwerkstätten hatten. Sein Pech: Sie wurden geschlossen. Er erlebte, wie fast alle Leder verarbeitenden Betriebe dichtmachten. Das hat Herkner aber nicht davon abgehalten, Offenbach und dem Handwerk treu zu bleiben. Wobei er alte Techniken mit neuen Technologien wie 3-D-Druckern oder computergestützten Fertigungstechniken verbindet.

Herkner ist 39. Aber der HfG-Absolvent, der bereits vor dem Ende seines Studiums 2006 sein eigenes Studio in Offenbach gründete, gehört zu den Topdesignern Europas. Er entwarf Möbel, Leuchten und Wohnaccessoires für namhafte Hersteller wie Moroso, Thonet und Dedon.

Mit 29 erhielt er den Nachwuchs-Designpreis der Bundesrepublik. 2019 wurde er auf der Messe Maison et Objets in Paris zum „Designer des Jahres“ gekürt und 2020 mit dem German Design Award ausgezeichnet. Der Durchbruch gelang ihm 2012 mit dem Beistelltisch „Ball Table“, der durch seinen Materialmix verblüfft. Der Messingtisch wird von einem Fuß aus Glas getragen.

Fast die Hälfte des Jahres ist Herkner unterwegs, etwa in Asien und Kolumbien. Er lässt sich von den Ländern, der Kultur, den Farben inspirieren. Denn darauf komme es beim Design an, sagt er. Auf die Beobachtungsgabe, auf Instinkt, auf Intuition.

Über das Studium sagt er: „Die HfG hat mir die Freiheit gegeben, für mich eine eigene und individuelle Perspektive und Haltung zu entwickeln, welche Basis für mein heutiges Studio ist.“

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