Flughafen-Ausbau-Gegner sehen Meinungswandel

Repräsentative Umfrage im Auftrag der Wählerliste FAG ergibt Patt zwischen Zustimmung und Ablehnung

Von Wolfgang Schubert

FRANKFURT A. M. "Die Einstellung zum Flughafen hat sich in der Bevölkerung offenbar stark verändert", kommentierte Ralf Roth, Sprecher der Wählervereinigung, am Montag in Frankfurt die neue Umfrage. Die Befragung wurde zwischen dem 6. und 10. Januar von der auf telefonische Umfragen spezialisierten Mannheimer "tele Research GmbH" durchgeführt. Dabei wurden in insgesamt 47 Kommunen rings um den Airport 509 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren interviewt. Nach Angaben von tele-Research-Geschäftsführer Ralf Jackwerth richtete sich die Zahl der Befragten pro Ort nach der Einwohnerzahl. Die Befragten selbst seien von einer Telefon-CD nach dem Zufallsprinzip ausgesucht worden.

Nach diesem Prinzip seien in Frankfurt 140 Interviews geführt worden (27,5 Prozent) - "gleichmäßig verteilt" über das Stadtgebiet. Mit jeweils zwei Befragten waren die vergleichsweise kleinen Orte Egelsbach, Niederdorfelden oder auch Schmitten vertreten.

Auffallend ist nach Jackwerths Darstellung die "ungewöhnliche Polarisierung" in zwei fast gleich starke Gruppen. Dies gelte für die generelle Zustimmung oder Ablehnung ebenso wie für Detailfragen nach Waldverlust, Lebensqualität oder das vom Flughafenbetrieb ausgehende Sicherheitsrisiko. "Es stehen sich fast immer zwei annähernd gleich große Gruppen gegenüber."

Auf die Frage "Wenn Sie nun einmal alles in allem sehen: Wie stehen Sie persönlich zum geplanten Flughafenausbau?" antworteten zehn Prozent mit "sehr dafür" und 31 Prozent "eher dafür". "Eher dagegen" waren 21 Prozent, "sehr dagegen" 19 Prozent. 20 Prozent antworteten mit "unentschieden".

In den Untergruppen habe es signifikante Unterscheidungen gegeben. So seien Frauen mit 41 Prozent stärker gegen den Ausbau als Männer (37 Prozent). Während 46 Prozent aller Männer Ja sagten, seien es nur 36 Prozent der Frauen. Mit 54 Prozent am häufigsten gegen den Ausbau sind Haushalte mit Kindern unter 14 Jahren. In Haushalten ohne Kinder dagegen wird ein Wachstum nur zu 33 Prozent zurückgewiesen. Mit 50 Prozent überdurchschnittlich hoch ist die Zustimmung bei Menschen über 50 Jahren. Dass ein Ausbau des Flughafens auch mit der Schaffung "sehr vieler Arbeitsplätze verbunden ist" sehen Befürworter wie Gegner: Auf diese Frage antworteten 61 Prozent mit Ja, nur 21 Prozent mit Nein.

Trotz des "nunmehr seit fünf Jahren anhaltenden medialen Trommelfeuers für den Ausbau ist es offenbar nicht gelungen, dafür auch eine Mehrheit zu finden", resümierte der Spitzenkandidat der FAG Hessen, Volker Hartmann. Für den Meinungswandel macht die FAG neben der "Aufklärungsarbeit der Bürgerinitiativen" die seit April 2001 geltenden neuen Flugrouten verantwortlich. Die hatten - insbesondere in Taunusgemeinden, die bis dahin kein Fluglärmproblem hatten, Proteste provoziert.

Zu einem anderen Ergebnis war kürzlich "infratest dimap" gekommen. Im Rahmen einer Wahlumfrage für den Hessischen Rundfunk hatte das Institut auch nach dem Flughafen gefragt. Dabei waren 61 Prozent für den Ausbau, 31 dagegen. Selbst in Gemeinden in Flughafennähe wurde mit 57 zu 39 Prozent mehrheitlich für Wachstum gestimmt.

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