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Taylan Burcu.

AWO-Beschäftigung

Hessischer Landtag entlastet den Grünen Burcu

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Der Frankfurter Abgeordnete Taylan Burcu hat seine frühere AWO-Geschäftsführer-Tätigkeit beim Landtag korrekt angegeben.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Taylan Burcu ist von dem Vorwurf entlastet worden, beim hessischen Landtag falsche Angaben über seine frühere Beschäftigung bei einer Tochtergesellschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gemacht zu haben. Der Frankfurter Politiker habe „den Nachweis der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses zum 31. 12. 2018 erbracht“, hieß es in einer Mitteilung des Landtags am Freitag.

Der 34-jährige Burcu war im Januar 2019 als neuer Abgeordneter ins Landesparlament eingezogen und hatte nach eigenen Angaben Ende 2018 seine Geschäftsführertätigkeit bei der AWO-Tochter ProServ gGmbH beendet. Im Handelsregister steht jedoch, er sei erst im Sommer 2019 als Geschäftsführer ausgeschieden. Dann hätte er diese Nebentätigkeit während seiner Mandatsausübung beim Landtag angeben müssen.

Das überprüfte der Landtag seit Dezember. Am Freitag gab er als Ergebnis der Prüfung bekannt, „dass der Abgeordnete Taylan Burcu keine falschen Angaben gemacht hat und kein Verstoß gegen die Verhaltensregeln des Hessischen Landtags vorliegt“. Schon zuvor hatte die damalige stellvertretende Wiesbadener AWO-Vorsitzende Elke Wansner der FR gesagt, Burcu habe nach Ende 2018 nicht mehr für die AWO-Tochter gearbeitet.

Doch öffentlich wird weiter darüber spekuliert, ob Burcu zu Recht für seine Geschäftsführerarbeit bezahlt wurde oder der Posten eine Gefälligkeit gewesen sei. Auf dem Portal Hessenschau.de wird darauf hingewiesen, dass Burcu im Mai 2018 als Geschäftsführer begonnen haben will, die AWO-ProServ aber erst im August desselben Jahres offiziell gegründet worden sei.

Burcu bestätigte im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau, dass er bereits vor der Eintragung der neuen Gesellschaft für eine „Vorgesellschaft“ tätig gewesen sei. Sie habe sich „noch im Status einer GmbH in Gründung“ befunden. Dort habe er seine Aufgaben als Geschäftsführer wahrnehmen können. Der Vorwurf, er habe Geld aus Gefälligkeit erhalten, „ist natürlich belastend und tut auch weh“, fügte Burcu hinzu.

„Ich war von dem Projekt überzeugt“, betonte der 34-Jährige. Es sei darum gegangen, dass die AWO Reinigungsarbeiten, Gärtnertätigkeiten und andere Aufgaben innerhalb dieser Gesellschaft organisiere, statt sie an fremde Auftragnehmer zu vergeben. Das habe ermöglichen sollen, das erwirtschaftete Geld wieder in die soziale Arbeit zu stecken.

In der AWO-Affäre um überhöhte Bezüge, teure Dienstwagen und Vetternwirtschaft ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Murat Burcu, den Bruder des Landtagsabgeordneten. Er ist Geschäftsführer der AWO in Wiesbaden, der AWO-Tochter ProServ sowie der Beratungsgesellschaft Consowell GmbH.

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