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Premierminister Abiy wird für seine Rolle bei dem historischen Friedensschluss mit dem Erzfeind Eritrea geehrt. 

Hessen

Hessischer Friedenspreis geht an Abiy Ahmed

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Ministerpräsident Abiy wird für den Friedensschluss mit Eritrea geehrt. Die hessische Landespolitik zeigt sich besorgt über den Umgang mit der Vorjahres-Preisträgerin Fincanci in der Türkei.

Der hessische Friedenspreis wird in diesem Jahr an den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed Ali verliehen. Er sei „einer der großen Hoffnungsträger auf dem afrikanischen Kontinent“, sagte die Frankfurter Friedensforscherin Nicole Deitelhoff am Dienstag in Wiesbaden.

Am 23. September solle der Preis in Wiesbaden an den 43-jährigen Politiker überreicht werden, kündigten Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) und der ehemalige Parlamentspräsident Karl Starzacher (SPD) an, der als Vorsitzender des Friedenspreis-Kuratoriums amtiert.

Rhein würdigte den „historischen Friedensschluss“, den Abiy zwischen den jahrzehntelang verfeindeten Nachbarstaaten Äthiopien und Eritrea realisiert habe. Deitelhoff, die Chefin der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, hob hervor, dass der Regierungschef innerhalb von anderthalb Jahren „auch innenpolitisch mit rasantem Tempo eine Liberalisierung“ vorangetrieben habe. Der Friedenspreis sei als Ermutigung gedacht, diesen Weg weiterzugehen.

Im vorigen Jahr war Abiy bereits nach Frankfurt gekommen und von rund 20 000 äthiopischen Migranten gefeiert worden. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass er auch zur Preisverleihung persönlich anreist. „Wir warten auf eine verbindliche Zusage“, berichtete Starzacher.

Der Hessische Friedenspreis wird seit 1994 verliehen. Abiy Ahmed Ali ist der 25. Preisträger.

Im vorigen Jahr war die türkische Menschenrechtlerin Sebnem Korur Fincanci geehrt worden. Wenige Wochen danach wurde sie in der Türkei inhaftiert. Sie kam frei, nachdem ein Gericht in Istanbul sie vom Vorwurf der „Propaganda für eine Terrororganisation“ freigesprochen hatte. Auf Fincanci wartet aber ein weiterer Prozess. Die hessische Landesregierung verfolgt diese Vorgänge mit großer Sorge.

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