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Abiy Ahmed, Premierminister von Äthiopien.

Hessischer Friedenspreis

Hessischer Friedenspreis: Auszeichnung für Afrikas Hoffnungsträger

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Hessischer Friedenspreis an Äthiopiens Ministerpräsidenten verliehen

Er ist mit 42 Jahren der jüngste Regierungschef Afrikas und „Hoffnungsträger“ des Kontinents, sagte Landtagspräsident Boris Rhein (CDU). Seit Montag ist Abiy Ahmed außerdem Träger des Hessischen Friedenspreises. Der äthiopische Ministerpräsident konnte nicht persönlich zu der Preisverleihung in Wiesbaden kommen. An seiner Stelle nahm Friedensministerin Muferihat Kamil die Auszeichnung entgegen.

Ahmed habe in seiner Heimat einen langen und blutigen Konflikt beendet, sagte Rhein. „Er ist ein Reformer, der auf Bildung als wichtigen Faktor für die Weiterentwicklung in seinem Land setzt.“ Äthiopien könne sich zum Vorbild für den Kontinent entwickeln. „Wir wollen Abiy Ahmed bekräftigen, seinen Weg weiter zu verfolgen.“

Friedenspreis zum 25. Mal vergeben

Der Sohn eines muslimischen Oromo und einer christlich-orthodoxen Amharin sei zwischen zwei Religionen und Ethnien aufgewachsen, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). „Vielleicht sind gerade dort die Gründe für seinen unbändigen Antrieb zu suchen, den er für den Frieden in seinem Land aufbringt.“ Schon drei Monate nach Amtsantritt habe er mit dem Nachbarland Eritrea Frieden geschlossen. Das könne Bewegung in den verfahrenen somalischen Bürgerkrieg bringen. „Sein Veränderungs- und Gestaltungswille ist trotz der Rückschläge ungebrochen.“ Der mit 25 000 Euro dotierte Hessische Friedenspreis wurde zum 25. Mal vergeben. Gegründet hatte ihn der einstige Ministerpräsident Albert Osswald.

Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an Sebnem Korur Fincanci. Die Professorin für Forensik ist Vorsitzende der Menschenrechtsstiftung der Türkei und international führende Expertin zur Folter-Dokumentation. Drei Wochen nach der Preisverleihung wurde die Ärztin in Istanbul zu zweieinhalb Jahren Haft wegen „Terrorpropaganda“ verurteilt.

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