Justiz

Hessischer Ex-Filmförderer Mendig zieht gegen Land vor Gericht

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Der ehemalige Geschäftsführer der hessischen Filmförderung wehrt sich gegen seine Kündigung. Er war nach einem Treffen mit AfD-Chef Meuthen entlassen worden.

Der Streit über die Kündigung von Hessens ehemals oberstem Filmförderer Hans-Joachim Mendig geht vor Gericht. Der geschasste Geschäftsführer der Hessen Film und Medien GmbH habe „ein gerichtliches Verfahren zur Feststellung der Unwirksamkeit der Kündigung eingeleitet“, teilte das Wissenschaftsministerium von Angela Dorn (Grüne) auf Anfrage der FR mit.

Filmproduzent Mendig war 2016 von Dorns Vorgänger Boris Rhein (CDU) an die Spitze der hessischen Filmförderung berufen worden. Im Juli 2019 traf er den AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen und den PR-Berater Moritz Hunzinger zu einem Gespräch, von dem Meuthen ein Foto veröffentlichte. Eine öffentliche Erklärung, warum er den AfD-Spitzenpolitiker getroffen hatte, gab Mendig nie ab.

Daraufhin protestierten Hunderte von Filmschaffenden gegen ihn. Im September wurde Mendig durch einen einstimmigen Beschluss des Aufsichtsrats von seinem Geschäftsführer-Posten abberufen. Als Grund nannte Ministerin Dorn, die den Vorsitz im Aufsichtsrat führt, den Vertrauensverlust in der Filmbranche. Später erfolgte die Kündigung, gegen die Mendig jetzt rechtlich vorgeht.

Im Februar stellte Dorn Mendigs Nachfolgerin vor, Anna Schoeppe, die zurzeit als Direktorin des Kuratoriums junger deutscher Film in Wiesbaden tätig ist. Sie übernimmt den Posten zum 1. Mai. So lange leitet Günter Schmitteckert aus dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst die Geschäfte, der das Amt im Oktober 2019 für den Übergangszeitraum übernommen hatte.

Für das laufende Jahr hat die schwarz-grüne Koalition das Budget für die Filmförderung auf 10,8 Millionen Euro aufgestockt, von denen das Land 9,8 Millionen beisteuert.

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