Fachkräftemangel

Hessische Wirtschaft dringt auf mehr Wohnungsbau

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Der hessische Industrie- und Handelskammertag fordert angesichts des Fachkräftemangels mehr Anstrengungen im Wohnungsbau. Ohne genügend bezahlbaren Wohnraum, könne die Wirtschaft nicht wachsen.  

Der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) fordert mehr Anstrengungen im Wohnungsbau. Ohne ausreichenden Wohnraum könnten die Unternehmen ihre Arbeitsplätze nicht besetzen – und dadurch nicht wachsen, sagt HIHK-Präsident Eberhard Flammer. Schon jetzt sei es aber für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen schwer, in den größeren hessischen Städten eine Wohnung zu finden. Zugleich fehlen den Betrieben nach Zahlen der Kammern 184 000 Fachkräfte.

In einem Positionspapier werben die Industrie- und Handelskammern dafür, Flächen für Wohnen und Gewerbe strategischer zu entwickeln und dabei eine höhere Dichte zu prüfen, etwa stärker in die Höhe zu bauen.

Um die Bautätigkeit zu erhöhen, müssten die Planungsverfahren beschleunigt werden. Im Moment könne es fünf bis 15 Jahre dauern, bis aus Rohbauland baureifes Land mit einer Baugenehmigung für ein Projekt werde, sagt Flammer. Das dauere viel zu lange und wirke zunehmend als Standortnachteil. Die Kammern werben daher etwa für die Standardisierung von Verwaltungsabläufen und die Einführung von Fristen für vorgeschaltete Verfahren wie Gestaltungsgremien.

Der HIHK hält eine Reduzierung der Wohnbaukosten für nötig. Er fordert die Landesregierung auf, den Hebesatz für die Grunderwerbssteuer von sechs Prozent auf den früheren Steuersatz von 3,5 Prozent zu senken. Die Kammern dringen zudem auf eine Überprüfung baulicher Standards in der Hessischen Bauordnung, etwa in den Bereichen Energieeinsparung, Brandschutz und Barrierefreiheit. Sie raten zudem zu Modellprojekten für günstiges Bauen nach Vorbild eines Projekts der Frankfurter Wohnungsgesellschaft ABG in Frankfurt-Oberrad.

Vor einer stärkeren Regulierung warnen die Kammern eindringlich. Die Mietpreisbremse oder die Deckelung von Mieten schafften keinen Wohnraum, schreckten aber Investoren ab, heißt es.

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