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"Distanz-Elektroimpulsgerät" Taser X2 - die hessische Polizei wird den Einsatz der umgangssprachlich als Elektroschocker bezeichneten Geräre ein Jahr lang testen.
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"Distanz-Elektroimpulsgerät" Taser X2 - die hessische Polizei wird den Einsatz der umgangssprachlich als Elektroschocker bezeichneten Geräre ein Jahr lang testen.

Polizei

Hessische Polizei setzt auf Taser

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Die kleinen Geräte setzen mit einem 50.000 Volt-Stromstoß Angreifer matt. Die bisherigen Erfahrungen der Polizisten sind positiv.

Der Einsatz von Elektroschockern bei der hessischen Polizei soll ausgeweitet werden. Auch Beamte aus Offenbach sollen die Taser versuchsweise anwenden – wie zuvor schon ihre Kollegen in Frankfurt. Während das Innenministerium mit dem Test der Geräte bisher zufrieden ist, kommt von der Opposition im Landtag Kritik.

Seit Mai sind die Spezialeinsatzkräfte der Frankfurter Polizei mit den Tasern ausgerüstet. Bislang kamen sie zweimal zum Einsatz. Dabei ging es jeweils um häusliche Gewalt. In beiden Fällen spricht das Innenministerium von einem Erfolg.

Der Taser soll Angreifer kurzzeitig kampfunfähig machen. Die Polizisten, die besonders geschult sein müssen, zielen in der Regel auf die Beine des Täters. Abgeschossen werden Pfeile, die mit Drähten miteinander verbunden sind. Sie dringen etwa einen Zentimeter tief in die Haut ein. Über den Draht wird ein schwacher Stromimpuls von 1,3 bis 2,9 Ampere mit der hohen Spannung von 50 000 Volt abgegeben. Der Strom wirkt sich unmittelbar auf die Nerven und die Muskeln aus, was den Angreifer für einige Sekunden komplett außer Gefecht setzt und der Polizei die Festnahme ermöglicht.

Die Linke ist von dem Einsatzmittel weniger angetan und hat deshalb eine Kleine Anfrage gestellt, die Innenminister Peter Beuth nun beantwortet hat. Beuth räumte ein, dass es „in Einzelfällen auch zu lebensbedrohlichen Verletzungen kommen kann“. So sei es zwar unwahrscheinlich, dass durch einen Taser tödliche Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden, aber eben auch nicht gänzlich ausgeschlossen. Vor allem Schwangere und Menschen mit kardialen Vorerkrankungen seien gefährdet. Außerdem könnten die Angreifer Schaden nehmen, wenn sie unkontrolliert stürzen, weil sie durch den Elektroschock bewegungsunfähig sind.

Lesen Sie auch: Die Linke fordert Stopp von Tasern

Beuth wies allerdings darauf hin, dass die Beamten, die einen Taser bekommen, auch als Ersthelfer geschult sind und somit bei gesundheitlichen Problemen eingreifen können. Der rechtspolitische Sprecher der Linken im Landtag, Ulrich Wilken, sagte hingegen, mit dem Einsatz von Tasern sei „eine Unwägbarkeit verbunden, die höchst bedenklich ist“.

Für eine echte Zwischenbilanz sei es noch zu früh, teilte das Innenministerium mit. Der Test soll bis Oktober kommenden Jahres fortgesetzt werden. Dann wird entschieden, ob alle hessischen Polizisten einen Taser bekommen. (mit dpa)

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