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Justizia. (Symbolbild)

Prozess

Hessische Neonazis verurteilt

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Nach Übergriffen am 1. Mai 2017 in Halle werden zwei Rechtsextreme der Neonazigruppe „Aryans“ zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Zwei hessische Neonazis sind am Freitag vom Landgericht Halle wegen gefährlicher Körperverletzung in mehreren Fällen verurteilt worden. Wie ein Gerichtssprecher der Frankfurter Rundschau bestätigte, muss Carsten M. aus Linsengericht (Mainz-Kinzig-Kreis) drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis; Martina H. aus Ober-Ramstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg) wurde zu einem Jahr und zwei Wochen Freiheitsstrafe verurteilt. Ihre Strafe wird auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, außerdem muss H. gemeinnützige Arbeit leisten. 

Prügel und Steinwürfe

In dem Prozess ging es um Ereignisse am 1. Mai 2017 in Halle: An diesem Tag musste ein Aufmarsch der Neonazipartei „Die Rechte“ wegen massiver Gegenproteste abgebrochen werden, anschließend hatten frustrierte Neonazis vermeintliche Gegner und Passanten überfallen, sie mit Steinen beworfen und auf sie eingeprügelt. Das Landgericht Halle sah es nun als erwiesen an, dass auch Carsten M. und Martina H. unter den rechten Angreifern waren. 

Ein Thema des Gerichtsprozesses war auch, dass die beiden nun verurteilten Rechtsextremen der Neonazigruppe „Aryans“ (Arier) angehören sollen. Mitglieder der Gruppe waren am 1. Mai 2017 in Halle mitmarschiert – in einheitlichen schwarzen Pullovern mit der Aufschrift „Aryans“ und „Support your race“ (Unterstütze deine Rasse). Mitte Januar war bekanntgeworden, dass die Bundesanwaltschaft schon seit März 2018 gegen die Gruppierung ermittelt – wegen des Verdachts auf Bildung einer terroristischen Vereinigung. 

Martina H. spielt auch im aktuellen Skandal um rechte Umtriebe in der hessischen Polizei eine Rolle: Im Jahr 2016 soll ein hessischer Polizist, der inzwischen in Niedersachsen tätig ist, Informationen aus einem Polizeicomputer abgefragt und an H. weitergegeben haben. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hatte im Innenausschuss des Landtags gesagt, der Mann habe nicht aus rechtsextremer Gesinnung gehandelt.

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