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Hessische Gesundheitsämter: Detektive für das Virus

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Gesundheitsämter spüren Kontaktpersonen von Infizierten auf und betreuen sie. Weil das eine Daueraufgabe ist, bekommen sie jetzt Unterstützung.

Hessische Gesundheitsamtsmitarbeiter arbeiten am Anschlag. Seit Wochen und hochmotiviert. Die Entwicklung der Infektionszahlen zeige ihnen, dass ihr Einsatz sich lohne, sagt Birgit Wollenberg, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft der Amtsleitungen der 24 hessischen Gesundheitsämter am Freitag in Wiesbaden.

Wenn ein Mensch in Hessen positiv auf Covid-19 getestet ist, treten die Behörden in Aktion. Ihr Job: Im Gespräch mit dem Betroffenen herauszufinden, mit wem er zu der Zeit enger zusammen war, als ein Ansteckungsrisiko bestand. Diese Kontaktpersonen werden einzeln angerufen. Besonderes Aufmerksamkeit genössen pflegerisches/medizinisches Personal und sogenannte vulnerable Gruppen, sagt Wollenberg.

Wie sie sich verhalten sollten, werde individuell besprochen. Das könne die Quarantäne sein, aber auch nur tägliche Selbstbeobachtung wie Fiebermessen. Sollten Symptome auftreten, ist das Gesundheitsamt ansprechbar. „Das ist eine sehr aufwendige, aber auch sehr sinnvolle Arbeit“, sagt Wollenberg. „So kann die Infektionskette unterbrochen werden.“ Dank der Methode sei bei drei Viertel aller Infizierten bekannt, wo sie sich angesteckt hätten.

Wie wichtig die Arbeit ist, hat auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erkannt. Er hat den chronisch unterbesetzten Gesundheitsämtern zugesagt, zusätzliche Stellen zu finanzieren. Die sind auch notwendig, denn das Nachverfolgen der Kontaktpersonen wird eine Daueraufgabe sein. Und die Kollegen hätten ja auch noch andere Aufgaben, sagt Wollenberg: etwa Trinkwasserüberwachung oder sozialpsychologischer Dienst. Und „Netzwerkarbeit“: die Zusammenarbeit mit Vertretern von Kliniken und der Ärzteschaft im Planungsstab des hessischen Sozialministeriums. Sie beraten auch, wann ein Testcenter eröffnet wird. Und die Amtsärzte entscheiden, was geschieht, wenn in einem Heim das Coronavirus auftritt.

Damit die Verstärkung schnell kommt, hat das Ministerium eine Einheit geschaffen, die alleine für die Akquise von Unterstützungskräften verantwortlich ist. Wichtiger Baustein sind 40 durch das Robert-Koch-Institut zu „Containment-Scouts“ geschulte Medizinstudenten, die Mitte Mai eingesetzt werden sollen.

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