Hessen

Hessens zweite sesshafte Wölfin soll sterben

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
    schließen

Der Bauerverband in Hessen verstärkt den Druck auf Landesregierung. Doch ein Abschuss ist nicht so einfach möglich.

Bekannt ist sie als Stölzinger Wölfin. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat sie laut Hessischem Bauernverband 22 Schafe, Ziegen und Kälber getötet. Sie müsse zum Abschuss freigegeben werden. Nach der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes könnten einzelne Wölfe getötet werden, wenn ernste Schäden aufgetreten seien. „Diese Grenze ist im Falle der Stölzinger Wölfin längst überschritten“, findet Vizepräsident Volker Lein. Adressatin seiner Forderung ist Hessens Umweltministerin Priska Hinz. Er wirft der Grünen-Politikerin Untätigkeit vor und falsche Prioritätensetzung. „Für die Ministerin hat der Schutz des Wolfes offensichtlich einen höheren Stellenwert als das Leben von Schafen, Ziegen, Rindern und Pferden.“

Doch so einfach sei das mit dem Abschießen nicht, sagt Ministeriumssprecherin Julia Stoye: Das Stölzinger Exemplar falle nicht unter die Rubrik „deutlich verhaltensauffällig“, deshalb müssten zunächst „alle nonletalen Möglichkeiten“ ausgeschöpft werden; etwa Verstärkung des Herdenschutzes oder das Abschrecken mit Flatterband oder Gummigeschossen.

Auch Staatssekretär Oliver Conz hat sich bei seiner Sommertour am Dienstag in der Region Werra-Meißner dem Konflikt gewidmet. Der Wolf sei eine neue große Herausforderung: „Wir lassen die Schäferinnen und Schäfer mit ihren Sorgen nicht allein.“ Die Förderung sei in diesem Jahr erhöht, eine Weidetierprämie eingeführt worden. Gemeinsam mit den Tierhaltern werde nach der Sommerpause der Entwurf des neuen Wolfsmanagementplans erörtert. Auch stellte Conz weitere Förderinstrumente zum Schutz der Tiere in Aussicht.

Das Stölzinger Exemplar ist nach einer Artgenossin im Vogelsberg die zweite Wölfin, die in Hessen wieder sesshaft ist.

Kommentare