Eine S-Bahn im Tiefbahnhof Frankfurt.
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Eine S-Bahn im Tiefbahnhof Frankfurt.

Hessen

Hessens Unternehmer wollen mehr ÖPNV

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Das Auto bleibt aber nach Ansicht der Wirtschaftsverbände in Hessen „auf lange Sicht die Nummer 1“.

Der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) und die Straßen sollen nach Ansicht der hessischen Unternehmen massiv ausgebaut werden. „Wir brauchen mindestens doppelt so viel ÖPNV wie bisher“, sagte der Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Wolf Matthias Mang, am Donnerstag in Frankfurt.

Mang wandte sich gegen billigere oder kostenlose Tickets. Es gehe „um mehr und bessere, nicht um billigere Angebote“, betonte der Verbandspräsident. Das sei entscheidend dafür, dass mehr Menschen auf Busse und Bahnen umstiegen.

Am 14. März 2021 werden in Hessen die Kommunalparlamente gewählt. Die Legislaturperiode dauert fünf Jahre.

Am gleichen Tag können auch Bürgermeister- und Oberbürgermeisterwahlen terminiert werden, die wegen Corona-Einschränkungen verschoben werden mussten. Bis zum 1. November 2020 sind keine solchen Wahlen erlaubt. pit

Der Unternehmerpräsident ließ aber keinen Zweifel: „Das Auto dürfte auf lange Sicht die Nummer eins im Personenverkehr bleiben.“ Kommunalpolitiker müssten daher „mehr Ortsumgehungen planen und bauen“, statt sie zu bekämpfen. Als Beispiel für eine Strecke, die aus Sicht der Wirtschaft gebaut werden müsse, nannte er die Nordostumgehung Darmstadts.

Die verkehrspolitischen Anliegen der Unternehmerverbände sind Teil ihres Forderungskatalogs an die hessischen Kommunen. Sie zielen damit auf die Stadt-, Gemeinde- und Kreispolitiker, die nach der Kommunalwahl im kommenden März in den Parlamenten sitzen.

Zu den zentralen Wünschen der Unternehmer zählt die Ausweisung von mehr Baugebieten. VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert räumte ein, dass Kommunalpolitikern häufig „Gegenwind“ entgegenwehe, wenn sie sich für neue Baugebiete starkmachten. Die VhU erwarte aber, dass sie sich im Interesse ihrer Städte und Gemeinden „intensiver für Wachstum ihrer Orte“ einsetzten. Gerade kleinere Orte gewännen mit mehr Einwohnern an Attraktivität für Einzelhandel, Gastronomie und Ärzte.

Auf die Frage, welche der vielen Forderungen der Wirtschaft am wichtigsten seien, nannte Pollert den „schnellen Ausbau der digitalen Verwaltung“. Betriebe und Bürger sollten möglichst alle Serviceleistungen von Verwaltungen online und mit mobilen Endgeräten nutzen können. Außerdem sollten „alle Daten und Fakten der örtlichen Verwaltungen, die für unternehmerische Entscheidungen nötig sind, online angeboten werden“. Dabei gehe es etwa um die Verfügbarkeit von Fachkräften oder Gewerbeflächen in der Region.

CDU und FDP reagierten mit Zustimmung auf viele Forderungen der Unternehmensverbände. „Ohne investitionsfreundliche Rahmenbedingungen und ein starkes Wirtschaftswachstum geht es nicht“, betonte CDU-Generalsekretär Manfred Pentz.

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