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Können seit Wochen nicht mehr zusammen Basketball üben: Die Kinder des EOSC Offenbach.
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Können seit Wochen nicht mehr zusammen Basketball üben: Die Kinder des EOSC Offenbach.

Hessen

Hessens Sportvereine schrumpfen

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Durch die Coronavirus-Pandemie verlieren die hessischen Klubs 69 000 Mitglieder. Das Land sagt finanzielle Hilfen auch für das Jahr 2021 zu.

Es ist nicht ganz so schlimm gekommen, wie es die Sportvereine befürchtet hatten. Trotzdem ist der Rückgang von 3,2 Prozent oder 69 000 Mitgliedern im Vergleich zum Vorjahr „schmerzhaft“, wie es Rolf Müller, der Präsident des Landessportbunds Hessen (Lsbh) formulierte. Fast 58 Prozent aller Vereine waren betroffen. Das geht aus der Bestandsaufnahme des Dachverbands der 7600 hessischen Sportvereine hervor, der die eingesendeten Mitgliederzahlen ausgewertet und die Ergebnisse am Montag präsentiert hat.

Im Sommer waren die Vereine nach einer im Oktober veröffentlichten Umfrage des Lsbh noch von einem durchschnittlichen Mitgliederrückgang von mehr als zehn Prozent wegen der Coronavirus-Pandemie ausgegangen. „Wir haben gesehen, dass unser Sportsystem nicht so anfällig ist“, sagte Müller. Dennoch bedeutet die Schrumpfung auf 2,066 Millionen Mitglieder den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2010.

Mitgliederzahlen

Der Mitgliederrückgang macht sich in den Städten stärker bemerkbar, als in den ländlichen Regionen. Negativer Spitzenreiter ist Groß-Gerau mit einem Minus von 5,7 Prozent. Dahinter folgen Wiesbaden (-4,6 Prozent), Darmstadt-Dieburg (-3,9), Offenbach (-3,8) und Frankfurt (-3,8). In Frankfurt, wo es 9000 Mitglieder weniger waren gab, schwächt der Zugewinn bei Eintracht Frankfurt von 87 090 auf 91 016 das Ergebnis ab. tim

Besonders besorgniserregend ist aus Sicht von Müller der Rückgang der Zahlen bei Kindern und Jugendlichen. Fast 63 Prozent aller Verluste entfallen auf die jüngsten Mitglieder bis 18 Jahre. Bei den bis Sechsjährigen ist das Minus mit 17 Prozent am höchsten. „Es besteht große Gefahr, dass uns eine ganze Generation verloren geht“, befürchtet Müller. Zum einen liegt das an den fehlenden Angeboten und dass Eltern kein Geld dafür bezahlen wollen. Zum anderen gibt es – bis auf die Tennisvereine - keine Neueintritte.

„Angesichts der anhaltenden Einschränkungen befürchten wir, dass sich diese Entwicklung bis Ende 2021 sogar noch verschärfen wird“, sagte Müller. Er war zwar in Gesprächen mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Sportminister Peter Beuth (CDU), aber eine echte Öffnungsperspektive für die Sportler:innen lässt weiter auf sich warten. Deswegen hat der Lsbh schon vor knapp drei Wochen eine sogenannte „Corona Sportampel“ ins Spiel gebracht. Je nach Sieben-Tages-Inzidenz soll eine schrittweise Rückkehr in den Sport wieder möglich gemacht werden. Vor allem Kinder und Jugendliche sollten dabei Priorität haben.

Am stärksten betroffen von dem Mitgliederrückgang waren vor allem die großen hessischen Vereine in den Städten, die auch eigene Sportstätten betreiben und feste Mitarbeiter:innen haben. Rund 40 Prozent der Rückgänge entfallen auf die 311 Sportvereine im Landessportbund Hessen mit 1001 und mehr Mitgliedern.

Sportminister Peter Beuth (CDU) hat am Montag angekündigt, auch im Jahr 2021 in Not geratene Sportvereine finanziell unterstützen. Bereits 296 Vereine wurden mit rund 1,35 Millionen Euro unterstützt. 70 Prozent der bewilligten Anträge gingen an Vereine, die über bis zu 400 Mitglieder verfügen. Die Hauptgründe waren fehlende Einnahmen aus ausgefallen Vereinsfesten und Wettkämpfen.

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