Hessen

Hessens Regierung sorgt sich um die Psychiatrie

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Hessens Sozialminister Klose dringt auf Änderung einer Richtlinie. Denn sie bringe Bürokratie und nehme dem Pflegepersonal die Zeit, sich ausreichend um Patienten zu kümmern.

Der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne) befürchtet, dass die Personallage in psychiatrischen Kliniken „noch schwieriger“ wird. Anlass für seine Sorge ist eine neue Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses des Gesundheitswesens.

Sie hat zum Ziel, die Situation in der Psychiatrie zu verbessern. Klose schloss sich aber der Einschätzung von Andreas Reif an, dem Direktor der Frankfurter Klinik für Psychiatrie, der sich in der FR kritisch über die Richtlinie geäußert hatte. „Reif hat doch recht“, sagte der Minister. Die Richtlinie sorge für zusätzliche Bürokratie. „Was wir mehr brauchen ist mehr Zeit für die Arbeit am Menschen“, betonte Klose. Der Sozialminister forderte den Landtag dazu auf, „gemeinsam mit mir dafür zu streiten, dass diese Richtlinie wieder geändert wird“.

Die Linke fordert deswegen einen besseren Personalschlüssel und höhere Investitionszuschüsse des Landes. Die Linken-Abgeordnete Christiane Böhm sagte, notwendig seien zudem Kriseninterventionsdienste, die rund um die Uhr zur Verfügung stünden. Dafür wirbt auch Daniela Sommer (SPD). Sie sagte: „80 bis 90 Prozent aller Zwangseinweisungen könnten durch eine solche Krisenintervention verhindert werden.“

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