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Hessens Polizei: Höchste Zeit zu reden

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Einige suspendierte Frankfurter Polizisten richten durch ihr Schweigen gewaltigen Schaden an. Bei einer bedrohten Anwältin. Und für die gesamte Polizei.

Es sind ein oder mehrere Polizisten aus dem 1. Revier in Frankfurt, die den schlimmsten Schaden für die Polizei seit langem angerichtet haben. Offenkundig schweigen sie seit einem Jahr zu der Frage, an wen sie Informationen über eine Frankfurter Opferanwältin aus dem NSU-Prozess weitergegeben haben.

Wenn sie sich mit der Polizei identifizieren würden, müssten sie ihr Schweigen brechen – zumal jetzt, da ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Mord an Regierungspräsident Lübcke und den Drohschreiben im Raume steht. Aber anscheinend scheuen sich diese suspendierten Beamten nicht, die Polizei in denkbar schlechtem Licht stehen zu lassen.

Sie schaden damit ihren einstigen Kolleginnen und Kollegen ganz enorm, die in der Regel zu Unrecht mit dem Makel leben müssen, einen Hort für rechtsextreme Gesinnung zu bieten. Vor allem aber setzen sie die Anwältin und ihre Familie der unsäglichen Situation aus, ständig mit neuen Drohungen rechnen zu müssen. Es wird Zeit, dass sie reden.

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