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Volker Bouffier.

Ferien

Hessens Politiker zieht es in die Natur

Hessens Spitzenpolitiker suchen im Sommer fernab der Landeshauptstadt Erholung. Eine Himmelsrichtung ist in diesem Jahr besonders beliebt.

Die Badesachen sind gepackt, die Reiselektüre ist ausgesucht: Für Hessens Landespolitiker steht der Sommerurlaub vor der Tür. Parteiübergreifend gilt Entspannung als wichtigster Programmpunkt. Viele zieht es dafür in die Ferne. Hessens Landesvater Volker Bouffier (CDU) fährt in diesem Sommer mit seiner Familie für einige Tage nach Berlin. Dort will der hessische Regierungschef Ausflüge ins Umland der Bundeshauptstadt unternehmen.

Einen Reise-Wunsch erfüllt sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Boddenberg: "Wir reisen mit guten Freunden mit dem Camper durch British Columbia." Diesen Plan hätten er und seine Frau bereits seit vielen Jahren gehabt, bislang aber immer verschoben. "Wichtig ist natürlich festes Schuhwerk, warme Kleidung und Werkzeug für unvorhersehbare Ereignisse", weiß sich der CDU-Mann gewappnet.

Die meisten Landespolitiker zieht es aber nicht ganz so weit in die Ferne - dafür aber oft in eine bestimmte Himmelsrichtung: Nämlich nach Süden, der Sonne entgegen. "Entspannen, Wandern, Genießen und ab und zu ein Sprung in den See sind für 14 Tage die einzigen Tagesordnungspunkte", freut sich der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Mathias Wagner, auf seine Auszeit am Kalterer See in Südtirol.

Der Fraktionsvorsitzende der FDP, René Rock, verbringt seinen Sommerurlaub im toskanischen Siena. Italien verbinde am besten Kinderfreundlichkeit, Kultur und Lebensqualität, meint Rock. Für ihn daher der richtige Ort, um im Beisein der Familie Kraft zu tanken und um weniger Zeit mit dem Handy zu verbringen.

Zu Verwandten nach Griechenland

"Ich lasse mein Handy ins Wasser fallen", sagt der Vorsitzende der AfD-Fraktion, Robert Lambrou, scherzhaft mit Blick auf seine Urlaubspläne. Auf überraschende politische Ereignisse während seines Sommerurlaubs würde er gern verzichten. Für ihn geht es zum Verwandtenbesuch nach Griechenland.

Ganz ohne Arbeit wird es wohl nicht gehen, weiß der scheidende SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel. Daher findet auch ein Tablet Platz in seiner Reisetasche. Aber: "Ich verzichte auch im Urlaub gerne darauf, politischen Unsinn kommentieren zu müssen", sagt "TSG". Stattdessen will er sich bei seinem Kroatien-Urlaub Zeit zum Wandern und Lesen nehmen.

Hoch hinaus zieht es die Fraktionschefin der Linken, Janine Wissler. "Ich bin gerne in den Bergen unterwegs und mache häufiger Hüttentouren." In diesem Sommer hat sich die 38-Jährige für eine lange Wanderung die Pyrenäen ausgesucht. Nach einer kräftezehrenden Tour schaltet sie am liebsten mit einem guten Buch ab.

Trotz des politischen Krisenthemas Brexit steht bei manchen Landespolitikern auch England als Reiseziel Hoch im Kurs. Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) hält der Insel schon seit Jahren als Urlaubsort die Treue und will mit ihrer Familie auch diesen Sommer wieder dort Landschaft und Küste genießen.

Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) urlaubt mit seiner Familie in einem Ferienhaus am südwestlichstem Zipfel der Insel. Cornwall biete Strand, Natur, Kultur, sagt Schäfer. "Und das bei für englische Verhältnisse stabilen Wetteraussichten." Daher finden sich Badesachen und Wanderschuhe in seinem Gepäck - die gesammelten Werke Rosemunde Pilchers sollen allerdings zuhause bleiben. Und auch vom Brexit will Schäfer nichts hören. "Es soll ja ein entspannter Urlaub werden."

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) erholt sich ebenfalls in Wassernähe - allerdings in heimischen Gefilden auf der Nordseeinsel Föhr. Das Eiland sei perfekt für den Urlaub mit Kindern, sagt Lorz. Dort will er daher viel mit seiner Tochter unternehmen und sonst die freie Zeit mit Lesen, Sonnen oder Saunieren verbringen.

Jede Menge Gepäck nimmt Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) mit: Familienzelt samt Isomatten, Schlafsäcke, ein Kanu, Kletterausrüstung, Gaskocher, Solarmodul und Kühlbox sind nur einige Reiseutensilien. "Unsere Packliste ist wie bei vielen Outdoor-Familien lang", berichtet Dorn. Zusammen mit ihrer Familie will die Ministerin in Slowenien viel in der Natur unterwegs sein. Auf das Smartphone möchte sie dabei höchstens ein bis zweimal am Tag schauen. (dpa)

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