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 Michael Boddenberg.

Flughafen

Hessens neuer Finanzminister steht zu Terminal 3

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Hessens Finanzminister Michael Boddenberg unterstützt den Flughafen-Ausbau. Er findet deutliche Worte, während sein grüner Koalitionspartner auf die Entscheidungen der Fraport verweist.

Der neue hessische Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) unterstützt den Ausbau des Frankfurter Flughafens trotz der Corona-Krise. Boddenberg wandte sich am Mittwoch im Finanzausschuss des Hessischen Landtags deutlich gegen Forderungen, den Bau von Terminal 3 zu stoppen. „Da sage ich sehr deutlich: Das wird nicht stattfinden“, betonte der Minister.

Es sei falsch, wenn ein Rückgang der Flugbewegungen aufgrund der Corona-Pandemie als Argument angeführt werde. Die Entscheidung für Terminal 3 sei nicht auf „zwei, drei Jahre“, ausgerichtet, sondern mit Wirkung „über Jahrzehnte“ gefällt worden, sagte Boddenberg und fügte hinzu: „Ich möchte nicht, dass wir jetzt so eine Endzeitstimmung verbreiten.“

Im Übrigen stimme es nicht, wenn Kritiker des Projekts argumentierten, es werde Steuergeld verschwendet. Die Investition werde aus den Eigenmitteln der Fraport AG getätigt und insofern „aus der Kraft des Unternehmens finanziert“.

Die Stimme des neuen Finanzministers hat in dieser Frage besonderes Gewicht. Er soll Ende Mai in den Aufsichtsrat der Fraport einziehen und dort zum Nachfolger des scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Karlheinz Weimar gewählt werden. Boddenberg betonte, das Land habe ein elementares Interesse am Funktionieren des Flughafens, nicht zuletzt wegen der Arbeitsplätze.

Im schwarz-grünen Kabinett sitzt Boddenberg an einem Tisch mit Politikern, die den Flughafenausbau kritisch sehen. Sein grüner Ministerkollege Tarek Al-Wazir hatte vor seinem Einzug in die Landesregierung für einen Stopp der Terminal-3-Pläne geworben. Heute betont er, dass die Entscheidung zum Weiterbau nicht bei der Landesregierung liege, sondern bei der Fraport AG.

Der Vorstandschef des Unternehmens, Stefan Schulte, hat sich festgelegt, dass Fraport an Terminal 3 festhält. Auch die Termine sollten eingehalten werden. Die Fertigstellung ist für Ende 2023 angepeilt.

Am Mittwoch hatten die Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau ihre Forderung erneuert, den Bau von Terminal 3 zu stoppen. Sprecher Thomas Scheffler sagte im FR-Interview: „Dass die Mehrheitseigentümer, sprich das Land Hessen und die Stadt Frankfurt, Fraport da nach Belieben gewähren lassen, löst bei mir einfach nur Kopfschütteln aus. Da wird sehenden Auges eine der größten Bauruinen Europas errichtet.“

Startbahn West gesperrt

Nach dreiwöchigen Sanierungsarbeiten nimmt der Flughafen am Donnerstag die sanierte Start- und Landebahn Süd wieder in Betrieb. Wegen des geringen Verkehrsaufkommens während der Corona-Pandemie werde dann die Startbahn West vorübergehend vom Netz genommen, teilte der Betreiber Fraport am Mittwoch mit. Die Nordwest-Landebahn solle weiter als Flugzeugparkplatz genutzt werden.

Offen bleiben die parallelen Bahnen Center und Süd. Letztere hat in den vergangenen Wochen eine neue Asphaltdecke erhalten, die das Ausmaß von 27 Fußballfeldern hat. In der vergangenen Woche hatte Deutschlands größter Flughafen mit 1605 Flugbewegungen nur rund 16 Prozent des sonst üblichen Verkehrs abgewickelt.

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