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Boris Rhein.

Landtag

Hessens Landtagspräsident: „Nie wieder Hass, nie wieder Krieg“

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Der hessische Landtagspräsident Boris Rhein erinnert an den Tag der Befreiung und stellt einen aktuellen Bezug her. Die Linke will den 8. Mai in Hessen zum Feiertag erklären.

Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) hat den 8. Mai 1945 als „tiefe Zäsur in der deutschen und europäischen Geschichte“ bezeichnet. Die Konsequenz laute: „Nie wieder Hass, nie wieder Krieg, nie wieder Ausgrenzung“, sagte Rhein in einer kurzen Ansprache zu Beginn der Plenarsitzung am Dienstag in Wiesbaden.

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands. Parlamentspräsident Rhein beschrieb, dass viele Menschen sich in der Nachkriegszeit selbst als Opfer gefühlt und zudem mit dem „Überlebenskampf“ im zerstörten Land beschäftigt gewesen seien. Sie hätten dabei nicht an die wahren Opfer gedacht, die verfolgt und in den Konzentrationslagern ermordet worden waren.

So hätten sich die Deutschen nur „widerstrebend“ und erst nach vielen Jahren „der Monstrosität dieser Verbrechen“ gestellt. Ohne diese Aufarbeitung wäre Deutschland nach Rheins Worten aber nicht wieder zum geachteten Mitglied der Völkergemeinschaft anerkannt worden. „Es muss einem klar sein: Unter eine solche Geschichte lässt sich kein Schlussstrich ziehen“, stellte Rhein fest. Aus der Geschichte erwachse eine Pflicht, unter allen Umständen die Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen zu achten und zu garantieren. „Ich sage das auch vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse in unserem Land“, fügte Rhein hinzu. Denn die Nationalsozialisten hätten Vorurteile und Feindschaften eingesetzt, um Hass zu schüren.

Die Linke im Landtag fordert, dass der 8. Mai in Hessen zum gesetzlichen Feiertag erklärt wird – als Vorgriff auf eine bundesweite Regelung, wie die Linken hoffen.

„Gerade in heutigen Zeiten des Aufstrebens nationalistischer und europafeindlicher Stimmen stellt das Gedenken an den 8. Mai 1945 ein wichtiges und notwendiges Zeichen für Friedenswillen, Völkerverständigung, Demokratie und Menschenrechte dar“, heißt es zur Begründung ihres Gesetzentwurfs.

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