Steuer

Hessens Finanzämter wurden schneller

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Der Lohnsteuerbescheid dauerte in Hessen im Schnitt 50 Tage – das sind fünf Tage weniger als 2018. Ein Internetportal kam auf eine deutlich längere Dauer. Doch das stimmt nicht, versichert die Behörde.

Die hessischen Finanzämter bearbeiten Steuererklärungen wesentlich schneller, als ein Internetportal in dieser Woche öffentlichkeitswirksam behauptete. Das hat die Oberfinanzdirektion (OFD) Frankfurt auf Anfrage mitgeteilt.

Es dauere in Hessen im Schnitt 50 Tage, bis Arbeitnehmer ihren Steuerbescheid erhielten, sagte OFD-Sprecherin Catiana Monteiro Lanca der Frankfurter Rundschau am Dienstag. Damit habe man die durchschnittliche Bearbeitungsdauer 2019 gegenüber dem vorangegangenen Jahr um mehr als fünf Tage verbessern können, fügte sie hinzu. Gezählt werde der Zeitraum zwischen Eingang der Erklärung und dem maschinellen Erstellen des Bescheides.

Das Portal „Lohnsteuer-kompakt.de“ hatte am Montag eine bundesweite Erhebung veröffentlicht, für die nach eigenen Angaben 400 000 Steuererklärungen ausgewertet worden waren. Danach brauchten die Finanzämter in Hessen im Schnitt 61,5 Tage für die Bearbeitung der Lohnsteuererklärung. Ähnlich langsam war demnach nur Thüringen. Am schnellsten war der Erhebung zufolge Nordrhein-Westfalen mit 47 Tagen. Das zügigste Finanzamt Hessens liege in Biedenkopf mit rund 37 Tagen.

Doch diese Zahlen müssen offenbar mit Vorsicht bewertet werden. Sie gingen „auf sehr geringe Erhebungsmengen zurück, die nicht den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort entsprechen“, heißt es dazu von der OFD. Sie weist darauf hin, dass es komplizierte Fälle gebe, die eine längere Bearbeitungszeit benötigten. Zugleich werde der Durchschnittswert von 50 Tagen auch „häufig unterschritten“. All das hänge „von den individuellen Verhältnissen des Steuerfalls“ ab, erläuterte Sprecherin Monteiro Lanca.

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