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Hessens älteste Orgel

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Kiedricher Instrument ist auch deutschlandweit Kostbarkeit

Kiedrich - Wenn der Jurist und ehrenamtliche Organist Michael Wagner das Instrument erklingen lässt, ist sogar die teilweise älteste derartige Orgel Deutschlands zu hören. Das "teilweise" erklärt sich dadurch: In Deutschland gebe es zwei noch ältere spielbare gotische Orgeln, berichtet Wagner. Die seien aber später stark verändert worden, so dass nur noch Reste der ursprünglichen Instrumente erhalten sind.

Dagegen sind noch 80 Prozent der 960 Pfeifen des Kiedricher Instruments Originale und sogar 90 Prozent des Prospekts - also der Front, die das Aussehen der Orgel prägt. Sie wurde zwischen 1500 und 1520 von einem unbekannten Orgelbauer geschaffen und seitdem mehrfach restauriert. Ihre älteren Schwestern in Soest-Ostönnen und im ostfriesischen Rysum stammen laut Wagner aus den Jahren 1432 und 1457.

Modernere Musik kann Wagner auf dem Instrument in der St. Valentinuskirche nicht spielen, wobei "moderner" schon Werke von Johann Sebastian Bach meint. Musikstücke aus der Zeit der Gotik, der Renaissance und dem Frühbarock klingen gut, spätere Werke nicht. Das liegt an der historischen Stimmung der Orgel. Die im Prinzip noch heute übliche Stimmung wurde erst 1691 eingeführt. Die Orgel ist der Kirchengemeinde nicht nur lieb, sondern auch teuer. So mussten für eine neue Holz-Halterung der Pfeifen im März 25 000 Euro investiert werden. Kiedrich bietet alte Musik nicht nur von der historischen Orgel. Die Kiedricher Chorbuben pflegen in der St. Valentinuskirche die Tradition der Gregorianischen Gesänge. dpa

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