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Es staut sich schon in den Lagerräumen des Freilichtmuseums.
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Es staut sich schon in den Lagerräumen des Freilichtmuseums.

Neu-Anspach

Hessenpark stoppt das Sammeln

Wegen Platznot nimmt das Museum derzeit keine Objekte mehr an.

Was tun mit der alten Kaffeemühle von der Großmutter, der Nähmaschine, dem Puppenwagen oder mit anderen Dingen, die zum Wegwerfen viel zu schade sind? Vielleicht kann sie der Hessenpark brauchen – kann sein, aber zurzeit hat das Freilichtmuseum einen Sammlungsstopp ausgerufen.

Der Hessenpark weiß nicht mehr, wohin mit den museumsreifen Gegenständen. Das heißt, er wüsste es schon, aber erst einmal muss das neue Depot fertig und die vorhandene Sammlung gut sortiert und katalogisiert in Regalen untergebracht sein.

Geplant war, das neue Magazin bis Mitte des Jahres fertigzustellen und: „Das sieht auch gut aus, die Handwerker sind am Arbeiten, die Corona-Pandemie hat bis jetzt nicht zu Verzögerungen geführt“, sagt Yvonne Adam, Leiterin der Fachabteilung Sammlung und Dokumentation des Freilichtmuseums.

Das langgestreckte fensterlose Gebäude, das seiner Fertigstellung entgegensieht, schließt sich am Südrand des Museumsgeländes an den Baubetriebshof und die Werkstätten an und wahrt damit Abstand zu den musealen Baugruppen mit den Fachwerkhäusern, Scheunen und anderen historischen Bauten.

Die Fläche hat mit 1800 Quadratmetern die Ausmaße von etwa sieben Tennisplätzen, und die Sammlungsstücke verteilen sich auf zwei Stockwerke. Eine der Aufgaben des Museums ist das Konservieren der Objekte, und dazu sind technische Voraussetzungen notwendig: Das Gebäude sei temperiert, die Raumtemperatur betrage zehn Grad, und die Luftfeuchtigkeit liege zwischen 40 und 55 Prozent, erklärt Carsten Sobik, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums. Es sei ein Mischlager; dies bedeute, dass sich Holz- und Metallobjekte, auch kombiniert mit weiteren Materialien, unter einem Dach befinden. Was die Größe betreffe, reichten diese von Stecknadelgröße bis zu Möbelstücken. Wäschetruhen beispielsweise sind bisher schon sehr stark vertreten sowie Nähmaschinen, oben Holz, Metall und unten Gusseisen.

Wer glaubt, gesammelt werde nur „altes Zeug“, der irrt allerdings, denn das Spektrum der Sammeltätigkeit reicht praktisch schon bis in die Gegenwart. „Einen 3-D-Drucker haben wir auch schon“, so Adam. Für Ausstellungen würden die Themen nicht selten bis in die Gegenwart dargestellt. Die 70er, 80er und 90er Jahre seien auch bereits ein Schwerpunkt bei der Auswahl der Neuzugänge, während Objekte aus der Zeit um 1900 schon gar nicht mehr angenommen würden. Damit sei aber nicht gesagt, dass die volkskundlichen Themen hinter der jüngeren Zeitgeschichte zurückstünden. Werden für Themenausstellungen fehlende Objekte gebraucht, gehe man auch selbst gezielt auf Suche; wenn es sein müsse, auch auf Flohmärkte.

Wichtig sei bei den Objekten, dass ihre Provenienz und die Nutzungsgeschichte dokumentiert sei, das sei aus privater Herkunft eher der Fall. An die Aufnahme weiterer museumsreifer Stücke von privat sei nun aber vor Jahresende nicht zu denken – und auch dann werde gesiebt werden, sagt Adam. Vielleicht baut der eine oder die andere aus der Nähmaschine von Oma dann doch lieber einen Beistelltisch oder bepflanzt das Butterfass aus dem Keller mit Blumen.

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