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Hessen: Landwirte beenden Getreideernte früher

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Von: Gregor Haschnik

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In Offenbach hat am Montagnachmittag ein Stoppelfeld auf einer Fläche von rund 5000 Quadratmetern gebrannt.
In Offenbach hat am Montagnachmittag ein Stoppelfeld auf einer Fläche von rund 5000 Quadratmetern gebrannt. dpa © dpa

Die anhaltende Trockenheit macht Weizen in einigen hessischen Regionen stark zu schaffen. Gute Erträge hingegen gibt es bei Wintergerste und Raps.

Die meisten Landwirtinnen und Landwirte in Hessen haben die Getreideernte zwei bis drei Wochen früher beendet als in den Jahren zuvor. „Auch die Winterweizenernte befindet sich in den letzten Zügen“, sagte Karsten Schmal, der Präsident des hessischen Bauernverbandes, am Dienstag in Münzenberg. Der Fortschritt bei der Ernte sei rekordverdächtig. Nur einzelne Flächen, vor allem in Nordhessen, würden noch gedroschen.

Die lange Trockenheit im Juni und Juli habe den Winterweizen „deutlich getroffen“. Insgesamt sei die Bilanz beim Weizen sehr unterschiedlich: „Ertrag und Qualität haben in einigen Regionen stark gelitten, in anderen sind teilweise aber auch gute bis überdurchschnittliche Erträge erzielt worden“. Bei der Wintergerste ließen erste Meldungen auf ein durchschnittliches bis überdurchschnittliches Ergebnis schließen, beim Raps mindestens auf ein zufriedenstellendes.

„Massive Kostensteigerungen“

Die Trockenheit, die sich durch die anhaltende Hitze verschärfen dürfte, bereite große Sorgen: Der Mais leide unter den hohen Temperaturen, und die Tierhalter:innen hätten zunehmend Probleme bei der Futterversorgung. Der erste Grünlandschnitt sei gut gewesen, der zweite äußerst dürftig und vereinzelt sogar ausgefallen.

Weitere Probleme, so Schmal, bereiteten wirtschaftliche Folgen des Ukrainekriegs. Die Preise etwa für Stickstoffdünger, Energie oder Futtermittel explodierten und erschwerten das Wirtschaften, auch wenn Erzeugerpreise teils angestiegen seien. Die gesamte Lebensmittelkette sei von „massiven Kostensteigerungen“ geprägt. Laut Konjunkturbarometer Agrar ist die Stimmung gedrückt.

Er sei „nicht besonders optimistisch“, dass die Ernteerträge sich in den kommenden Jahren halten ließen, erklärte Schmal, auch aufgrund der von der EU geforderten Reduzierung des Einsatzes von „Pflanzenschutzmitteln“.

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