Verdienstorden

Hessen zeichnet Franz Josef Jung aus

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Die Linke nennt den Festakt „grotesk“ und erinnert an die „jüdischen Vermächtnisse“ der Hessen-CDU.

Franz Josef Jung hat am Dienstag den Hessischen Verdienstorden aus den Händen seines Parteifreunds Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erhalten. Der Rheingauer habe sein ganzes Leben in den Dienst seines Landes gestellt und für Hessen Bedeutendes geleistet, sagte Bouffier. Als Europaminister habe er Hessen eine starke Stimme in Europa verliehen.

Der jetzt 70-jährige Erbacher begann seine politische Karriere im Kreistag des Rheingau-Taunus-Kreises, wechselte 1983 in den Landtag, wurde unter Ministerpräsident Roland Koch Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei. 2005 wechselt er nach Berlin. Unter Bundeskanzlerin Angela Merkel arbeitete er als Bundesminister für Verteidigung. Dort setzte er sich unter anderem für das Gedenken an die ums Leben gekommenen Soldatinnen und Soldaten ein, sagte Bouffier. „Franz Josef Jung ist von einem christlichen Wertefundament getragen.“ So habe er als Verteidigungsminister eine Wallfahrt nach Lourdes unternommen. 2009 wechselte der Rheingauer ins Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Jan Schalauske von der Linksfraktion nannte die Verleihung „einfach „grotesk und peinlich“. Die Hessen-CDU verleihe ihren eigenen Leuten gerne Medaillen und Orden. „Selbst dann, wenn sie für zahlreiche Skandale und Affären verantwortlich sind, mit denen sich Staatsanwaltschaften beschäftigen mussten.“ Das betreffe Roland Koch, Ex-Staatssekretär Walter Arnold oder nun Franz Josef Jung. Der sei Generalsekretär der Hessen-CDU gewesen, als diese nachweislich Schattenkonten besaß und ihre Wahlkämpfe mit Schwarzgeld finanzierte – getarnt als sogenannte jüdische Vermächtnisse.  

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