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Auch in Frankfurt werden wieder deutlich mehr offene Stellen gemeldet als vor einem Jahr. Foto: Peter Jülich
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Auch in Frankfurt werden wieder deutlich mehr offene Stellen gemeldet als vor einem Jahr.

Beschäftigung

Hessen: Wirtschaft stellt wieder mehr ein

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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In Hessen steigt trotz der Pandemie die Nachfrage nach Arbeitskräften an. Die Zahl der Beschäftigten liegt wieder auf Vorkrisenniveau. Doch nicht alle profitieren von der Erholung.

Trotz der anhaltenden Pandemie zeigt sich die hessische Wirtschaft auf Erholungskurs. Die Arbeitslosenquote ist nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit im August bei 5,1 Prozent geblieben, liegt 0,9 Punkte unter dem Vorjahreswert. Die Regionaldirektion Hessen registriert zudem eine steigende Nachfrage nach Arbeitskräften. Stellenbestand und Stellenzugänge seien inzwischen wieder auf dem Niveau der Zeit vor der Corona-Krise, sagte ihr Leiter Frank Martin. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hessen habe mit 2,656 Millionen schon im Juni sogar höher als vor dem Ausbruch der Pandemie gelegen, also auf einem sehr hohen Niveau.

Von der steigenden Nachfrage der Wirtschaft nach Arbeitskräften profitieren allerdings weiterhin nicht alle Gruppen gleichermaßen. So ist die Zahl der Menschen, die seit mindestens einem Jahr arbeitslos gemeldet sind, im August zwar erneut leicht gesunken. Noch immer liegt die Langzeitarbeitslosigkeit aber auf einem sehr hohen Niveau. Fast 67 800 Menschen waren zuletzt bei der Bundesagentur für Arbeit entsprechend registriert. Das sind fast 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Arbeitslose

Rund 177 500 Menschen sind im August in Hessen arbeitslos gemeldet gewesen. Die Quote blieb bei 5,1 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei sechs Prozent. Auch die weiter gefasste Zahl der Unterbeschäftigten sank im Vorjahresvergleich deutlich.

Am höchsten ist die Arbeitslosenquote mit 9,5 Prozent weiterhin in Offenbach, am niedrigsten im Landkreis Fulda mit 3,1 Prozent. In Frankfurt sank sie auf 6,6 Prozent. cm

Viele Menschen in Hessen sind seit mehr als einem Jahr ohne Job

In der Corona-Krise sei der Weg in den Arbeitsmarkt für Arbeitslose „vernagelt“ gewesen, sagt der hessische DGB-Chef Michael Rudolph. Dadurch habe sich Langzeitarbeitslosigkeit in vielen Fällen verfestigt. Und der Weg zurück in den Job werde mit jedem Monat ohne Arbeit schwerer. Umso erschreckender sei, dass das Programm „Teilhabe am Arbeitsmarkt“, das Arbeitsplätze für Langzeitbezieher:innen von Hartz IV schaffen sollte, in Hessen kaum genutzt worden sei. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände warnte am Dienstag vor einer Verlängerung des Anspruchs auf Arbeitslosengeld. Denn der führe oft zu längerer Arbeitslosigkeit.

Schwierig bleibt auch die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Obwohl die Unternehmen bereits jetzt wieder über Fachkräftemangel klagen, dürften deutlich weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen werden als vor einem Jahr. Bis August sind gerade einmal 32 249 Lehrstellen bei den hessischen Agenturen für Arbeit gemeldet worden, sechs Prozent weniger als zum Vorjahreszeitpunkt. Die Nachfrage ist ebenfalls geringer als vor einem Jahr. Knapp 34 000 junge Frauen und Männer meldeten sich bis August bei den Arbeitsagenturen. Das sind sogar zehn Prozent weniger als zum Vorjahresstichtag.

Unternehmen in Hessen vergeben noch bis Dezember Ausbildungsplätze

Etwa 7200 Menschen suchen nach Zahlen der Regionaldirektion derzeit noch nach einem Ausbildungsplatz in Hessen. 9000 Lehrstellen sind noch unbesetzt. Frank Martin hofft nun auf einen Erfolg der Nachvermittlungsaktionen. Er zeigt sich zuversichtlich, dass in den nächsten Monaten noch viele Ausbildungsplätze besetzt werden können. Der Hessische Industrie- und Handelskammertag betonte am Dienstag, der Start in das Ausbildungsjahr sei bei vielen Unternehmen noch bis Dezember möglich.

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