Ländlicher Raum

Hessen will seinen Dörfern eine Zukunft geben

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Hessisches Landesprogramm hilft mit Wegzug und Alterung umzugehen. Wichtig ist, dass die Bürgerinnen und Bürger auch mitmachen.

Das Land Hessen fördert Projekte in den Dörfern und kleineren Städten auf dem Land, damit diese mit den Folgen von Alterung und Wegzug zurechtkommen können. Vor einem Jahr startete dazu das Programm Dorfmoderation. Sechzehn Vorhaben wurden bereits unterstützt, einige sind sogar schon abgeschlossen.

Beispiel Oberkaufungen: In der nordhessischen Kommune im Landkreis Kassel ging es darum, Kindergarten, Grundschule, das Regionalmuseum und einen Veranstaltungsraum in der Stiftsscheune für die Nutzung durch die Allgemeinheit zu erhalten. Dazu wurde ein städtebauliches Konzept entwickelt, unter anderem mit dem Ziel, Fuß- und Radwege barrierefrei zu machen und das touristische Potenzial besser zu nutzen. Dazu wurden unter anderem drei Workshops veranstaltet.

Die Gemeinde Breitscheid im Westerwald hat mit dem Geld aus dem Förderprogramm ein Beratungsbüro mit der Erarbeitung eines Mobiliätskonzepts beauftragt. Die Einwohner sollen sich ohne eigenes Auto gut in ihrer Gemeinde bewegen können und Betriebe dazu ermuntert werden, in ihrer Belegschaft Fahrgemeinschaften zu unterstützen. Zu dem Konzept gehören auch Carsharing und ehrenamtliche Fahrdienste. An der Konzeption beteiligt wurden auch die Bürgerinnen und Bürger.

Förderung

Das Programm Dorfmoderationsoll Kommunen im ländlichen Raum mit bis zu 20 000 Einwohnern helfen, durch Eigeninitiative die Lebensqualität der Bevölkerung zu stärken.

Gefördert werdenBeratungs- und Moderationsleistungen zur Steigerung des ehrenamtlichen Engagements, der Erarbeitung von Zukunftsstrategien oder zur Lösung konkreter Fragen. Bis zu 500 000 Euro stehen dafür jährlich zur Verfügung.

Umgesetztwird das Landesprogramm von der Wirtschafts- und Investitionsbank Hessen (WIBank). Weitere Informationen unter www.wibank.de.

Das Programm Dorfmoderation fördert vor allem die Beratungsleistungen, die helfen, die Ziele zu erreichen. „Eine professionelle Moderation von Diskussionsprozessen und eine externe Beratung kann Gemeinden dabei helfen, für ihre Herausforderungen gute Lösungen zu entwickeln“, sagte dazu Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Zugleich könne so die Dorfgemeinschaft gestärkt werden.

Insgesamt stehen dafür jährlich Landesmittel in Höhe von 500 000 Euro zur Verfügung. Seit dem Start des Programms wurden 16 Anfragen bewilligt und teilweise abgeschlossen, wie etwa das Projekt in Oberkaufungen.

Den Kommunen solle dabei möglichst viel Spielraum gelassen werden, so Hinz. Beispielsweise könne zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern ein Runder Tisch eingerichtet werden, um eine Strategie für die Entwicklung zu erarbeiten. Häufig gehe es dabei um Versorgung, Integration oder Mobilität.

Es könne auch um eine konkrete Frage gehen wie die, mit welchem Geld das Dorfgemeinschaftshaus saniert werden könnte. Oder wie der letzte Lebensmittelladen erhalten und der Dorfplatz ökologisch aufgewertet werden könne. Ein weiteres Ziel des Landesprogramms sei es, das ehrenamtliche Engagement durch Beteiligung an den Entwicklungsprozessen zu stärken.

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