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Hessen will mehr Flüchtlinge aufnehmen

  • Pitt v. Bebenburg
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Hessens Sozialminister Klose bietet dem Bund Zuflucht für 100 unbegleitete Jugendliche und Kinder an.

Die schwarz-grüne Landesregierung hat sich bereiterklärt, weitere Kinder und Jugendliche aus den griechischen Flüchtlingsunterkünften aufzunehmen. „Dort leben besonders viele Menschen auf engem Raum und unter problematischen hygienischen Bedingungen zusammen“, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) zur Begründung. „Jetzt ist der Bund am Zug und muss entscheiden.“

Nach Kloses Angaben haben die hessischen Landkreise erklärt, bis zu 100 unbegleitete minderjährige Ausländerinnen und Ausländer aufnehmen zu wollen. Im April waren 47 junge Flüchtlinge von den griechischen Inseln nach Deutschland gekommen, von denen sechs nach Hessen kamen.

Die Diakonie Hessen begrüßte Kloses Ankündigung. Diakonie-Chef Carsten Tag sprach am Dienstag von einem „guten ersten Schritt“ und fügte hinzu: „Wir hoffen nun sehr, dass das Bundesinnenministerium seine Zusage, zusammen mit anderen europäischen Staaten 1600 Schutzsuchende aus Griechenland aufzunehmen, um 100 erhöht und dies auch baldmöglichst umsetzt.“

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege, zu der die Diakonie gehört, hatte bereits im April an die hessische Landesregierung appelliert, zusätzlich jugendliche Flüchtlinge aufzunehmen. Die Landesregierung solle sich an den Kapazitäten der Kinder- und Jugendhilfeträger in Hessen orientieren, schlugen die Wohlfahrtsverbände vor.

Anfang des Jahres hatte Hessen nach Angaben des Bundesfachverbands unbegleitete minderjährige Flüchtlinge noch mehr als 3000 junge Menschen in der Jugendhilfe betreut und versorgt. Aktuell sind es nach Angaben von Sozialminister Klose nur noch 2555 unbegleitete Minderjährige und junge Volljährige.

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