+
Für einen anderen Umgang mit dem Wolf gingen die Tierhalter jüngst auf die Straße.

Landwirtschaft

Schutz vor dem Wolf in Hessen gefordert

  • schließen

Das Gespräch im Ministerium war ernüchternd, sagt Schäfer Ernst. Der Schutz gegen die Existenzbedrohung durch den Wolf reiche nicht aus.

Knapp zwei Wochen nach ihrer Demonstration in Wiesbaden sind Vertreter der hessischen Weidetierhalter am Dienstag erneut in die Landeshauptstadt gefahren. Diesmal ohne Schafe und Alpakas. Aber mit der Hoffnung, dass am Ende des Treffens mit Mitarbeitern des hessischen Umweltministerium mehr Unterstützung für den Schutz gegen den Wolf steht.

Existenzbedrohung durch den Wolf?

Doch sie wurden enttäuscht, sagt Burkhard Ernst, Sprecher des Hessischen Verbands für Schafzucht und –haltung, der Frankfurter Rundschau im Anschluss. „Das Gespräch war ernüchternd.“ Kurzfristig, so sein Fazit, sei keine Unterstützung zu erwarten. Das Geld für dieses Jahr sei verplant, habe man ihnen signalisiert. „Das Ministerium ist im Haushaltsplan gefangen.“ Veränderungen seien nicht vor dem nächsten Jahr zu erwarten. Wenn überhaupt.

Der Verein der Schafzüchter hatten den Protest vor zwei Wochen initiiert. Und will jetzt mit den Haltern von Pferden, Rindern, Freilandgeflügel oder auch Alpakas eine gemeinsame Position erarbeiten. Sie sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Die Weidetierhalter befürchten finanzielle Schäden durch gerissene oder verletzte Tiere – zusätzlich zu den Investitionen in stärkeren Schutz für ihre Tiere. 

Bestandsobergrenze für Wölfe gefordert

Sie fordern unter anderem eine Bestandsobergrenze für Wölfe und die Erstattung aller zusätzlichen Aufwendungen für den Herdenschutz. Das Land habe zwar zugesagt, die Entschädigung pro vom Wolf gerissenen Tier von 31 auf 40 Euro zu erhöhen. Davon profitierten allerdings lediglich zehn Prozent der insgesamt 600 Betriebe, sagt Ernst. „Die mit weniger als 30 Schafen fallen raus.“ Auch deckten die neun zusätzlichen Euro bei weitem nicht die tatsächlichen Kosten für die zusätzlichen Zäune.

Positiv sei, dass das Ministerium an einem möglichst geringen Verwaltungsaufwand interessiert ist. Entschädigungen müssten „möglichst unbürokratisch“ ablaufen. Darin seien beide Seiten sich einig gewesen. Mit dem Treffen am Dienstag soll der Gesprächsfaden nicht abreißen. Nach der Sommerpause wollen Tierhalter und Verantwortliche im Ministerium die Diskussion fortsetzen.

Lesen Sie hier, wie sich Weidetierhalter vor Wölfen schützen sollen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare