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Hessen: Wassersparen for Future

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Von: Thomas Stillbauer

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Der unbeschwerte Umgang mit dem Wasser hat durch den Klimawandel einige Schatten bekommen.
Der unbeschwerte Umgang mit dem Wasser hat durch den Klimawandel einige Schatten bekommen. © Michael Schick

Die Landesregierung entwirft einen Plan für die Versorgung mit kostbarem Nass im Klimawandel.

Noch gibt es in Hessen genug Grundwasser: Im sogenannten langjährigen Mittel bilden sich jährlich mehr als zwei Milliarden Kubikmeter neu, und die Hessinnen und Hessen verbrauchen nur gut 400 Millionen Kubikmeter, also ein Fünftel. Problem dabei: Das Wasser befindet sich oft nicht da, wo es gebraucht wird – und es wird durch den Klimawandel weniger.

Die Landesregierung hat deshalb den Entwurf eines „Wasserwirtschaftlichen Fachplans“ veröffentlicht. Er soll die Wasserversorgung in Hessen sicherstellen, sagte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne): „Für uns Menschen, die Tiere und Pflanzen ist ausreichend sauberes Wasser lebensnotwendig. Deshalb wollen wir mit dem Fachplan auch in Zukunft für saubere Bäche, für klares Wasser aus der Leitung und für gesunde Wälder sorgen.“

Der Fachplan sieht etwa die Förderung der Grundwasserneubildung durch Rückhalteflächen und Versickerung vor, den Schutz des Grundwassers vor Schadstoffen und den Ausbau von Verbundsystemen. Besonders wichtig werden das Wassersparen und die vermehrte Nutzung von Brauchwasser.

Weil der Plan gemeinsam mit kommunalen Wasserversorgern, Fach- und Umweltverbänden sowie der Landwirtschaft erarbeitet wurde, rechnen die Fachleute aus dem Umweltministerium mit einer hohen Akzeptanz – auch wenn die Inhalte des Plans letztlich nicht verbindlich sind. Ein Konfliktpunkt ist seit Jahren der hohe Wasserbedarf der Stadt Frankfurt, die auf Lieferungen aus dem Vogelsberg zurückgreift. Jüngst hatte Frankfurt ein kommunales Wasserkonzept vorgestellt, das zwar verstärkt auf eigene Ressourcen setzt. Die Stadt werde sich dennoch weiterhin überwiegend mit Wasser aus der Region versorgen müssen, heißt es darin. Der hessische Fachplan trage den Bedenken aus dem Vogelsberg Rechnung, sagte Michael Denk vom Umweltministerium: Er ermuntere die Kommunen ja, die „blaue Infrastruktur“ zu stärken, also durch eine Vielzahl von Maßnahmen eigene Wasservorkommen zu erschließen. Dazu gehören auch die Entsiegelung des Bodens, effiziente Nutzung des Wassers und besonders der sparsame Umgang damit. Vertreter aus dem Vogelsberg ebenso wie aus dem Hessischen Ried, einer weiteren Wasserbezugsregion für die Rhein-Main-Region, hätten am Fachplan mitgewirkt, betonte Denk.

Hessen versorgt sich größtenteils aus Grundwasser (76 Prozent). Die Neubildung hat sich aber in den Trockenperioden seit 2018 deutlich reduziert. Zugleich ließen die heißen Sommer den Bedarf an Trinkwasser, Grundwasser in Naturräumen und Bewässerung für die Landwirtschaft steigen. Das gab den Anlass für den Wasserwirtschaftsplan, der den Zeitraum bis 2050 ins Auge fasst. Dazu zählt auch der Wasserschutz. Von 127 hessischen Grundwasserkörpern seien 29 in einem schlechten chemischen Zustand, heißt es in dem Konzept. Besonders in Südhessen zeigen die Übersichtskarten schlechte Werte für Grund- und Oberflächenwasser. Neue Schutzgebiete gehören daher zu den Zielen.

Unter den 40 vorgeschlagenen Schritten, die die Kommunen und Regionen umsetzen sollen, sind auch Informationskampagnen, runde Tische zu Nutzungskonflikten, die Moor- und Auenrenaturierung sowie eine angepasste Bauleitplanung, um Grundwasserneubildung zu fördern. Der Finanzierungsbedarf, heißt es aus dem Ministerium, sei noch unklar. Fest stehe, dass durch den Klimawandel erhebliche Summen auf die Wasserwirtschaft zukämen.

Der Entwurf des Wasserwirtschaftlichen Fachplans zum Herunterladen: https://umwelt.hessen.de/Wasser/ Grundwasser-und-Wasserversorgung Bis 20. April kann jede und jeder Stellung dazu nehmen: etwa per E-Mail an wfp-anhoerung@umwelt.hessen.de

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