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Auch das Frankfurter Luxushotel Jumeirah kämpft mit Umsatzeinbußen.
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Auch das Frankfurter Luxushotel Jumeirah kämpft mit Umsatzeinbußen.

Dehoga

Hessen: Verband befürchtet Insolvenzwelle

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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Vor allem Hotels und Clubs seien gefährdet. 1500 Betriebsaufgaben drohen.

Wäre die Pressekonferenz der Dehoga Hessen am Donnerstag in Wiesbaden ein Lied gewesen, dann eines mit vielen Molltönen: Denn die Auswirkungen der Corona-Krise treffen Hotels und Gaststätten weiterhin ziemlich hart. „Uns steht eine Insolvenzwelle im Herbst bevor“, sagte Julius Wagner, der Hauptgeschäftsführer des hessischen Hotel- und Gaststättenverbands. Clubs, Diskotheken und die von Geschäftsreisenden und Tagungsgeschäft abhängige Stadthotellerie kämpften mit akuten Existenzsorgen, gehe aus der Rückmeldung von 1000 Betrieben hervor. Gerald Kink, der Präsident der Dehoga Hessen, sagte: „Wir müssen mit bis zu 1500 Betriebsaufgaben in den kommenden Monaten rechnen.“

Laut Wagner breche bei mehr als der Hälfte der hessischen Betriebe in Hotellerie und Gastronomie der Umsatz in den Sommermonaten um über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein. Bei einem weiteren Drittel betrügen die Umsatzeinbußen zwischen 20 und 40 Prozent. Ein Viertel verzeichne sogar ein Minus von mehr als 70 Prozent.

„Urlaub im eigenen Bundesland und die Ferienzeit haben keinen Boom in Hessens Tourismuswirtschaft ausgelöst“, sagte Wagner. Daniela Fette-Rakowski, General-Managerin des Luxushotels Jumeirah in der Frankfurter City ergänzte, auch Reisende aus den USA und dem Nahen Osten fehlten. „Unsere Branche galt immer als krisensicher. Jetzt können wir unseren Mitarbeitern keine Perspektive bieten, weil wir selbst nicht wissen, wie es weitergeht“, sagte sie. „Hat es beispielsweise noch Sinn, sich in Zukunft auf den amerikanischen und den Nahostmarkt zu konzentrieren?“

Mehr als 200.000 Beschäftigte 

Wie Gerald Kink sagte, beschäftigen die Unternehmen der Branche in Hessen mehr als 200 000 Menschen. Davon seien allein im Mai 72 Prozent in Kurzarbeit gewesen. 75 Prozent der gastgewerblichen Unternehmen gäben an, sie sähen nur durch solche Schritte eine Chance, die Krise zu überstehen. „Wir sind der Politik in Bund und Land dankbar für ihr schnelles Handeln“, sagte Kink. Doch man dürfe nicht den Fehler begehen, zu glauben, die Krise sei überstanden.

Robert Mangold, der Vorsitzende des Fachbereichs Gastronomie und Geschäftsführer der Tiger & Palmen GmbH betonte, trotz voller Sommerterrassen der Lokale sei es ein Irrglaube, davon auszugehen, dass alles gut sei. Die Party-Hotspots an öffentlichen Plätzen wie am Frankfurter Opernplatz zeigten, dass es einen Bedarf an Orten gebe, an denen sich Leute begegnen. Damit es nicht zu Ausschreitungen wie am vergangenen Wochenende auf dem Opernplatz komme, wolle man in der nächsten Woche ein Konzept vorstellen. „Damit die Clubs im Herbst wieder öffnen können.“

„Und diese Lösungen gibt es“, betonte Madjid Djamegari, der den Gibson-Club in der Frankfurter Innenstadt betreibt. Corona-Schnelltests könnten zum neuen Kriterium für Einlasskontrollen bei Konzerten, Kulturveranstaltungen und Clubbesuchen werden. Hierzu sei man bereits mit dem Wirtschaftsministerium im Gespräch. „Der Fahrplan für die Wiedereröffnung der Clubs muss jetzt von der Landesregierung kommen. Wir brauchen acht Wochen, um die Pläne auch umzusetzen.“

Außerdem forderte Djamegari die Verringerung des Mindestabstands von eineinhalb auf einen Meter und mindestens 1000 statt bisher 250 Menschen bei Großveranstaltungen zuzulassen.

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